Manipuliert Jane Street Bitcoin täglich? Der 10-Uhr-Mythos

Neue Vorwürfe gegen Jane Street: Experten prüfen die Theorie, dass die Handelsfirma den Bitcoin-Kurs täglich um 10 Uhr manipuliert. Inmitten einer Bitcoin-Erholung wecken die Spekulationen und eine aktuelle Klage gegen das Unternehmen große Neugier.

Manipuliert Jane Street Bitcoin täglich? Der 10-Uhr-Mythos

Der Mythos um den 10-Uhr-Bitcoin-Dump: Die Rolle von Jane Street im Fokus

Die jüngste Erholung des Bitcoin-Kurses (BTC) hat neue Vorwürfe gegen Jane Street, eine bedeutende Handelsfirma, aufgeworfen, die für ihre Liquiditätsbereitstellung bekannt ist. Doch wie viel Wahrheit steckt hinter diesen Behauptungen, und was sind lediglich Spekulationen? Angesichts der wieder aufkeimenden Diskussion ist es entscheidend, zwischen belegbaren Fakten und bloßen Gerüchten zu unterscheiden.

Jane Street: Manipulation des Bitcoin-Kurses um 10 Uhr?

Jane Street ist derzeit ein heiß diskutetes Thema auf Krypto-Twitter. Diese Aufmerksamkeit ist nicht nur in sozialen Medien zu beobachten; auch die Daten von Google Trends zeigen ein Allzeithoch beim Suchinteresse für „Jane Street Bitcoin“. Dies deutet darauf hin, dass das öffentliche Interesse an diesem Thema besonders ausgeprägt ist.

Doch was hat diesen neuen Fokus ausgelöst? Eine einfache Suche auf X zeigt zahlreiche Beiträge, die Jane Street mit dem Bitcoin-Kurs in Verbindung bringen. Insbesondere wird behauptet, dass Bitcoin regelmäßig um 16 Uhr deutscher Zeit (10 AM Eastern Time) stark verkauft wird.

Seit 2024 weist Zero Hedge immer wieder auf ein vermeintliches Muster hin, wonach Bitcoin häufig um 16 Uhr deutscher Zeit einen signifikanten Rückgang erfährt. Jane Street wird in diesem Zusammenhang immer wieder erwähnt.

Ähnliche Vorwürfe wurden bereits im Dezember 2025 laut.

„Jane Street ist eine der größten Firmen für Hochfrequenzhandel weltweit. Sie verfügen über die Geschwindigkeit und Liquidität, um Märkte für kurze Zeit zu beeinflussen. Ihr Vorgehen ist einfach: 1. Verkaufe BTC zu Handelsbeginn. 2. Drücke den Kurs in Liquiditätstaschen. 3. Steige später zu einem niedrigeren Preis wieder ein. 4. Wiederhole das täglich“, schrieb Bull Theory in einem Beitrag.

Damals berichtete BeInCrypto, dass keine Aufsichtsbehörde, Börse oder unabhängige Datenquelle solche Manipulationen bestätigt hatte. Dennoch wurden die Vorwürfe gegen Jane Street erneut laut, nachdem der Verwalter von Terraform Labs die Handelsfirma verklagt hatte.

„Wer hat Luna und UST auf null gebracht und 2022 den gesamten Krypto-Markt zum Absturz gebracht? Jane Street. Die gleiche Jane Street, die der ‚16-Uhr-Manipulation‘ beschuldigt wird, hat auch 2022 den Terra-Crash vorhergesehen“, äußerte Ash Crypto in einem Post.

Die Klage und ihre Auswirkungen

Jane Street hat jegliche Vorwürfe zurückgewiesen und plant, sich vor Gericht zu verteidigen. Dennoch verbinden einige Analysten den Zeitpunkt der Klage mit den Bewegungen des Bitcoin-Kurses.

Mehrere Nutzer auf X behaupten, dass die Klage gegen Jane Street die angeblichen Verkäufe um 16 Uhr gestoppt habe. Diese Theorie besagt, dass es in den letzten zwei Tagen keine typischen Kursverluste zur gleichen Zeit gab und der Bitcoin-Kurs stattdessen steigen konnte.

In einem ausführlichen Beitrag erklärte Justin Bechler, dass die angeblichen „täglichen kleinen Crashs“ bereits aufgehört hätten, als die Klage von Terraform Labs im letzten Jahr öffentlich wurde. Er fügte jedoch hinzu, dass das vermeintliche 16-Uhr-Muster im dritten Quartal 2025 wieder aufgetreten sei. Bis Dezember, so seine Aussage, seien die Kursverluste dann wieder zurückgekehrt. Er schrieb:

„Im Grunde hörten die 16-Uhr-Verkäufe genau dann auf, als Jane Street auf die Anwälte achten musste – und fingen wieder an, als der Druck nachließ. Bitcoin sollte jetzt mindestens 150.000 USD wert sein, und das weiß eigentlich jeder. Gestern wurde in Manhattan eine Bundesklage eingereicht, die genau erklärt, warum das nicht der Fall ist.“

Bechler erwähnte zudem, dass Jane Street eine erhebliche IBIT-Position in ihrem 13F-Bericht für das vierte Quartal 2025 angegeben hat und ihre Bestände an MicroStrategy deutlich erhöht hat.

„Das wirkt wie bullische Akkumulation, wenn man nicht versteht, was Jane Street wirklich ist. Jane Street ist eine von nur vier Firmen, die berechtigt sind, IBIT in ihren Bestand zu nehmen oder abzugeben. Die anderen sind Virtu Americas, JP Morgan Securities und Marex. Jane Street ist zudem Teilnehmer an den Bitcoin-ETFs von Fidelity und WisdomTree“, erklärte er.

Die Rolle von Jane Street im ETF-Markt

Seiner Aussage nach hat Jane Street somit „direkten Zugang zu dem Mechanismus, der ETF-Anteilsscheine mit echtem Bitcoin verknüpft“. Dies bedeutet, dass Jane Street Bitcoin in die ETF-Struktur einbringen oder herausnehmen kann, Kursunterschiede zwischen Fonds und Markt nutzen und größere Positionen halten kann als die meisten anderen Marktteilnehmer.

Darüber hinaus betonte er, dass ein 13F-Formular lediglich lange Aktienpositionen zeigt. Optionen, Futures oder Swaps müssen dabei nicht offengelegt werden.

„Wenn Jane Street meldet, 790 Mio. USD in IBIT-Anteilen zu halten, sagt diese Meldung nichts darüber aus, ob die Anteile durch Put-Optionen abgesichert, durch Short-Futures ausgeglichen oder mit einer Collar-Strategie so zusammengestellt sind, dass die Netto-Bitcoin-Position der Firma null oder sogar negativ ist“, erklärte er.

Er wies darauf hin, dass die Öffentlichkeit nur sieht, was wie eine Ansammlung aussieht. In Wirklichkeit könnte die Position eine große Short-Position sein, die wie eine Long-Position erscheint, da der gegenüberliegende Teil des Handels durch die aktuellen Offenlegungsregeln verborgen bleibt.

Ein 13F-Formular ist laut ihm lediglich eine Momentaufnahme einer Seite der Bilanz. Die andere Seite bleibt für Außenstehende unsichtbar.

„Wenn die Firma 790 Mio. USD in IBIT-Anteilen hält und diese Position mit Put-Optionen oder Short-Futures im Wert von 790 Mio. USD ausgleicht, ist die Netto-Position null. Ist das Derivatebuch größer als die Aktienposition, ist die Netto-Position negativ. Das bedeutet, dass Jane Street Geld verdient, wenn der Bitcoin-Kurs fällt. In beiden Fällen hat die Firma einen Anreiz, ihre Sonderrolle als autorisierter Teilnehmer zu nutzen, um den Spot-Kurs zu drücken, Liquidationen auszulösen und die Spanne zu erhalten“, stellte Bechler fest.

Gegendarstellungen und Marktanalysen

Nicht alle Analysten sind von den Vorwürfen überzeugt. Einige argumentieren, dass das Muster um 10 Uhr überbewertet wird. Julio Moreno, Leiter der Forschung bei CryptoQuant, hat die Argumentation direkt in Frage gestellt.

Er erklärte, dass die beschriebenen Abläufe – Bitcoin am Spotmarkt kaufen und gleichzeitig Futures verkaufen – nicht ungewöhnlich seien. Laut Moreno ist das „was jeder andere delta-neutrale Fonds auch macht“. Zudem wies er darauf hin, dass die Krypto-Stimmung bricht im Februar ein: Droht dem Bitcoin-Kurs weiterer Absturz? Diese Entwicklungen könnten entscheidend sein.

Moreno wies zudem darauf hin, dass in der Diskussion ein umfassenderer Marktüberblick fehle. Er betonte, dass das allgemeine Wachstum der Bitcoin-Spot-Nachfrage seit Anfang Oktober 2025 zurückgegangen sei, was er als klaren Grund für den Kursrückgang ansieht.

Benjamin Cowen, CEO von Into The Cryptoverse, äußerte sich ebenfalls zu den Vorwürfen. Er argumentierte, dass Bitcoin in jedem Zwischenwahljahr bis Anfang März gestiegen sei und fügte hinzu, dass in jedem Marktzyklus eine eigene Erklärung für die Kursbewegungen entsteht.

„Die Entwicklung des Bitcoin-Kurses ist keine manipulierte Verschwörung“, schrieb er.

Zudem äußerte Jeff Park, Chief Investment Officer bei ProCap und Berater von Bitwise, dass die Debatte ein Missverständnis über die Funktionsweise von ETFs widerspiegle.

Er erklärte, dass der Fokus auf einzelne Firmen wie Jane Street die strukturellen Abläufe aller Authorized Participants (APs) im Bitcoin-ETF-System außer Acht lasse.

Spekulationen und Falschmeldungen

Nutzer auf X haben zudem darauf hingewiesen, dass Jane Street nach der Klage angeblich alle Beiträge auf ihrem Account gelöscht habe, was die Spekulationen im Internet weiter anheizte.

Diese Behauptung wurde jedoch schnell widerlegt. Der Ökonom Alex Krüger stellte klar, dass Jane Street von Anfang an keine Beiträge auf seinem X-Account hatte.

„Die Menge an Falschmeldungen und falschen Erzählungen in Krypto ist wirklich bemerkenswert. Jane Street hatte keine Beiträge zum Löschen. Das kann ich mit der Wayback Machine bestätigen“, postete er.

Fazit zur 10-Uhr-Theorie

Privatanleger haben beobachtet, wie Bitcoin bullische Nachrichten wie MicroStrategy-Käufe oder positive regulatorische Entwicklungen ignoriert hat, während die Kursentwicklung schwach blieb und die Stimmung in extreme Angst abrutschte. In diesem Kontext kann eine einfache und klare Erklärung überzeugen.

Die angebliche Pause des 10-Uhr-Musters nach einer bekannten Klage passt gut in die Korrelation-als-Kausalität-Erzählung, die auf Krypto-Twitter oft verbreitet wird.

Allerdings beweist Korrelation nichts. Bislang bleibt die 10-Uhr-Theorie lediglich eine Behauptung und ist kein belegter Fakt. Das steckt wirklich hinter dem Bitcoin-Absturz und ob die 100.000-USD-Marke für Bitcoin noch möglich ist, Muster sprechen dafür.

„`

Bildquelle: ai-generated-gemini

  • Ethereum-Kurs steigt über 2.100 USD: Droht Trendumkehr?

    Ethereum-Kurs steigt über 2.100 USD: Droht Trendumkehr?

    Der Ethereum-Kurs überschreitet die 2.100 USD-Marke und weckt das Interesse der Anleger. Doch unterschiedliche Marktindikatoren und das Verhalten der Investoren deuten auf mögliche Gewinnmitnahmen hin, was die Stabilität gefährden könnte.


  • Ripple-Managerin enthüllt: Das ist unser Geheimnis für 100 Mrd. $!

    Ripple-Managerin enthüllt: Das ist unser Geheimnis für 100 Mrd. $!

    Ripple-Managerin Cassie Craddock erläutert, wie das Unternehmen Finanzinstitute mit einer umfassenden End-to-End-Infrastruktur unterstützt. Mit über 100 Milliarden Dollar verarbeitetem Volumen und strategischen Übernahmen positioniert sich Ripple als dominanter Akteur im Bereich der grenzüberschr…


  • XRP bildet bullisches Muster

    XRP bildet bullisches Muster

    XRP zeigt ein bullisches Tassenmuster und hat in den letzten 24 Stunden um fünf Prozent zugelegt. Trotz des Aufwärtstrends sinkt jedoch die XRPL-Aktivität, während Verkaufsdruck durch steigende Börsenzuflüsse zunimmt.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert