Morgan Stanley hat einen Antrag auf eine nationale Banklizenz gestellt, um einen direkten Krypto-Custody-Service anzubieten. Dies geschieht im Rahmen des Aufbaus einer Backend-Infrastruktur für tokenisierte Vermögenswerte und der geplanten Einführung des Krypto-Handels für Privatkunden über die E*Trade-Plattform.
Diese doppelte Strategie verdeutlicht das zunehmende Engagement der Wall Street im Bereich digitaler Vermögenswerte und positioniert die Traditionsbank als direkten Mitbewerber zu Krypto-spezifischen Unternehmen.
Die Bank, die über ein Vermögen von neun Billionen USD verfügt, hat ihren Antrag am 18. Februar beim Office of the Comptroller of the Currency (OCC) eingereicht.
Wettbewerb im Kryptomarkt
Wird der Antrag genehmigt, könnte Morgan Stanley zu einem ernsthaften Konkurrenten für Krypto-Verwahrstellen wie BitGo und Anchorage Digital werden. Gleichzeitig würde die Bank die bestehenden Grenzen der aktuellen Bankenregulierungen testen.
Dieser Antrag stellt einen signifikanten Wandel im Wettbewerb dar. Obwohl die OCC bereits bedingte Trust-Lizenzen an Krypto-Unternehmen vergeben hat, würde eine vollständige Genehmigung für eine traditionelle Großbank signalisieren, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen möglicherweise gelockert werden. Dies könnte auch die Diskussion über US-Banken im Widerstand: Risiken durch neue Krypto-Lizenzvergaben neu entfachen.
Analysten der Branche vermuten, dass dieses neue Tempo mit den Bestrebungen der Trump-Regierung in Verbindung steht, die klare Richtlinien für traditionelle Finanzinstitute zu schaffen, die in den Kryptomarkt einsteigen möchten.
„Die Menschen werden in diesem Jahr überrascht sein – die größten Institutionen und Unternehmen der Welt werden vollständig in den Kryptomarkt eintauchen“, äußerte sich Hunter Horsley, CEO von Bitwise.
Umfassende Pläne von Morgan Stanley
Der Antrag von Morgan Stanley deutet auf umfassende Pläne hin: Verwahrung, Handel und Staking sollen künftig unter einem Dach angeboten werden. Diese Strategie könnte auch die Entwicklung von Bitwise-CIO enthüllt: Das steckt wirklich hinter dem Bitcoin-Absturz beeinflussen.
Dieser Antrag ist Teil einer differenzierten digitalen Kryptostrategie von Morgan Stanley, die das Geschäft mit wohlhabenden Kunden klar vom regulären Handel für Privatpersonen trennt.
Im institutionellen Bereich investiert die Bank gezielt in Blockchain-Technologien. In einer aktuellen Stellenausschreibung für eine leitende IT-Position wird erwähnt, dass Morgan Stanley eine Plattform für dezentrale Finanzen und die Tokenisierung realer Vermögenswerte entwickelt.
Für diese Position sind Kenntnisse über öffentliche Blockchains wie Ethereum und Polygon sowie über private, genehmigungspflichtige Netzwerke wie Hyperledger und Canton erforderlich. Dies zeigt, dass die Bank die Vermögenswerte von Institutionen mit der Liquidität öffentlicher Netzwerke verknüpfen möchte.
Krypto-Handel für Privatkunden in Planung
Darüber hinaus plant Morgan Stanley eine umfassende Offensive für Privatkunden. In der ersten Hälfte des Jahres 2026 soll der direkte Krypto-Handel auf der E*Trade-Plattform starten, wobei Bitcoin, Ethereum und Solana für alle Investoren angeboten werden. Diese Entwicklung könnte zu 670 Mio. USD Zuflüsse für US-Krypto-ETFs am ersten Handelstag 2026 führen.
Mit dieser Integration von E*Trade möchte Morgan Stanley anderen Handelsplattformen wie Coinbase und Robinhood Konkurrenz machen.
Diese Entwicklungen verdeutlichen, dass viele große Banken einen ähnlichen Kurs einschlagen.
Dank einer freundlicheren Haltung der Aufsichtsbehörden in Washington beschleunigen traditionelle Banken derzeit ihre Krypto-Roadmaps. Sie stellen neue Fachkräfte für Web3 ein und bewegen sich weg von passiven ETF-Lösungen hin zum Aufbau eigener Krypto-Infrastrukturen.
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Bildquelle: ai-generated-gemini











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