Solana erwägt eine signifikante Änderung seines Wirtschaftsmodells, die darauf abzielt, die jährliche Inflationsrate des Netzwerks zu verdoppeln und dadurch die prognostizierten Emissionen von SOL-Token um etwa 2,9 Milliarden US-Dollar über die nächsten sechs Jahre zu reduzieren. Dieser Schritt soll die Knappheit des Tokens erhöhen und die Blockchain aggressiv in Richtung einer Niedriginflationsumgebung bewegen.
Wichtige Erkenntnisse
- Solana plant, die jährliche Disinflationsrate von 15 % auf 30 % zu erhöhen.
- Ziel ist es, das endgültige Inflationsziel von 1,5 % bereits 2029 zu erreichen, drei Jahre früher als ursprünglich geplant.
- Die Maßnahme soll das Angebot verknappen und den Verkaufsdruck reduzieren, ähnlich wie bei Bitcoin und Ethereum.
- Es wird erwartet, dass die nominalen Staking-Erträge sinken, was Kapital von passiver Validierung zu aktiver Liquiditätsbereitstellung lenken soll.
- Potenzielle operative Risiken umfassen die Rentabilität von bis zu 47 Validatoren, die innerhalb von drei Jahren unrentabel werden könnten.
Beschleunigte Disinflation zur Verknappung von SOL
Der Vorschlag, bekannt als SIMD-0411, sieht eine Verdopplung der jährlichen Disinflationsrate von derzeit 15 % auf 30 % vor. Laut den Autoren ist dies die einfachste Protokolländerung, um eine signifikante Inflationssenkung zu erzielen, mit minimalem Risiko für Bugs oder unvorhergesehene Probleme. Wenn der Vorschlag angenommen wird, könnte Solana sein angestrebtes "endgültiges" Inflationsziel von 1,5 % bereits im Jahr 2029 erreichen, anstatt wie ursprünglich für 2032 geplant.
Befürworter des Vorschlags beschreiben den aktuellen Emissionsplan als einen "undichten Eimer", der die Token-Inhaber verwässert und einen ständigen Verkaufsdruck erzeugt. Durch die Verknappung des Angebots hofft das Netzwerk, von ähnlichen Knappheitsmechanismen zu profitieren, die historisch Bitcoin und Ethereum zugutekamen. Das Modell prognostiziert, dass das Gesamtangebot in den nächsten sechs Jahren um etwa 3,2 % niedriger sein wird, was bei aktuellen Kursen einer Reduzierung von rund 2,9 Milliarden US-Dollar entspricht.
Überarbeitung der DeFi-Anreizstruktur
Neben der potenziellen Kursunterstützung zielt der Plan darauf ab, die Anreizstruktur für dezentrale Finanzen (DeFi) zu überarbeiten. Der Vorschlag argumentiert, dass hohe Inflation hohe Zinsen im traditionellen Finanzwesen widerspiegelt, die risikofreie Benchmark erhöht und das Ausleihen entmutigt. Solana möchte durch die Komprimierung der nominalen Staking-Erträge Kapital von der passiven Validierung hin zur aktiven Liquiditätsbereitstellung lenken. Die nominalen Staking-Erträge sollen im dritten Jahr von 6,41 % auf 2,42 % fallen.
Operative Risiken und Ökosystem-Ausblick
Dieser Übergang zu "hartem Geld" birgt jedoch operative Risiken. Die Reduzierung der Subventionen wird unweigerlich die Margen der Validatoren schmälern. Der Vorschlag schätzt, dass bis zu 47 Validatoren innerhalb von drei Jahren unrentabel werden könnten, wenn die Belohnungen sinken. Die Autoren betrachten dieses Maß an Fluktuation jedoch als minimal. Es bleibt die Frage, ob sich das Netzwerk auf größere, besser kapitalisierte Betreiber konzentrieren wird, die allein von Transaktionsgebühren leben können.
Trotz dieser Bedenken deutet die frühe Unterstützung wichtiger Akteure des Ökosystems darauf hin, dass Solana bereit ist, subventioniertes Wachstum gegen größere Stabilität einzutauschen. Dieser Wechsel positioniert das Netzwerk als eine reifere, auf Knappheit basierende Anlageklasse.











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