Krypto-Pressemitteilungen schaffen laut einer aktuellen Untersuchung einen „alternativen Nachrichtenmarkt“, der Einfluss auf die Kursentwicklung hat.
Die Mehrheit dieser Mitteilungen stammt von riskanten oder betrügerischen Projekten und umgeht dabei die üblichen journalistischen Kontrollen.
Die verwendete Werbesprache erzeugt Hype, während die tatsächlichen Inhalte und die Glaubwürdigkeit häufig vernachlässigt werden.
Einfluss auf die Märkte und kurzfristige Kursbewegungen
Syndizierte Veröffentlichungen können die Kurse kurzfristig beeinflussen – es besteht die Gefahr einer klassischen Pump-and-Dump-Dynamik.
Ein wachsender Anteil der Informationen, die die Krypto-Märkte beeinflussen, stammt nicht mehr von Journalisten, sondern von bezahlten Pressemitteilungen.
Eine Analyse von 2.893 Krypto-Pressemitteilungen, die zwischen Juni und November 2025 veröffentlicht wurden, zeigt, dass diese Verteilnetzwerke wie ein zweiter Nachrichtenmarkt fungieren. Sie können die Marktstimmung beeinflussen und die Kurse bewegen, bevor eine Überprüfung erfolgt.
Risikoanalyse der Pressemitteilungen
Die Studie ergab, dass 62 Prozent der Mitteilungen von Projekten mit hohem Risiko (35,6 Prozent) oder sogar von direkten Betrugsprojekten (26,9 Prozent) stammen. Zudem wurden 27 Prozent als niedriges und 10 Prozent als mittleres Risiko eingestuft.
Im Gegensatz zur redaktionellen Berichterstattung, bei der Journalisten Aussagen überprüfen, veröffentlichen Pressemitteilungsdienste die Inhalte ihrer Kunden mit minimaler Kontrolle. Dadurch können falsche oder übertriebene Behauptungen schnell verbreitet werden und die Kurse beeinflussen.
Die Analyse des Sprachstils ergab, dass nur 10 Prozent der Mitteilungen neutral waren. 54 Prozent waren übertrieben und 19 Prozent offen werblich.
Werbung und Marktmanipulation
Insgesamt enthielten etwa 70 Prozent der Mitteilungen offensichtliche Werbesprache, mit Begriffen wie „revolutionär“, „bahnbrechend“ oder „führend in der Web3-Zukunft“.
Die Verbreitungsstrategien verstärken diese Effekte zusätzlich. Viele Plattformen garantieren eine Veröffentlichung auf zahlreichen Webseiten, einschließlich Krypto-Medien und großen Portalen. So können Projekte mit „bekannt aus“-Hinweisen werben.
Kleine oder schwer erkennbare Hinweise auf Werbung führen dazu, dass Anleger solche Inhalte oft als unabhängige Nachrichten wahrnehmen.
Die stark werbenden Inhalte können Aktivitäten von Privatanlegern und sogar Trading-Bots auslösen, was zu kurzfristigen Kursbewegungen führt, die nicht auf realen Werten basieren. Dies erinnert an die klassischen Pump-and-Dump-Methoden bei Penny-Stocks: Pressemitteilungen haben auch dort häufig künstliche Nachfrage erzeugt, bevor Insider ihre Anteile verkauft haben.
Ein Beispiel für solche Entwicklungen ist der Artikel über Polymarket, wo Bots Rekordgewinne generieren und Prognosemärkte verändern.
Schlussfolgerung für Anleger
Die Studie zieht eine wichtige Schlussfolgerung für Anleger: Sichtbarkeit bedeutet nicht automatisch Glaubwürdigkeit. Insbesondere Mitteilungen von Projekten mit hohem Risiko oder aus dem Umfeld von Betrugsmaßnahmen sollten zunächst als Werbung und erst dann als potenzielles Marktzeichen betrachtet werden – stets mit großer Vorsicht. Zudem könnte die zukünftige Einflussnahme von Zöllen auf den Bitcoin-Kurs nicht zu unterschätzen sein.











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