Die Einführung neuer Krypto-Lizenzen durch das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) stößt auf erhebliche Bedenken seitens der US-Banken. Diese warnen vor potenziellen Gefahren, die durch die Einbindung von Krypto-Firmen in das nationale Bankensystem entstehen könnten. Die American Bankers Association (ABA) und die Independent Community Bankers of America (ICBA) äußern ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Finanzstabilität und fordern einen sofortigen Stopp der Lizenzvergaben.
Am 12. Dezember wurden unter bestimmten Bedingungen nationale Trust-Lizenzen an fünf Unternehmen aus dem Bereich digitaler Vermögenswerte vergeben, darunter Ripple, Fidelity, Paxos, First National Digital Currency Bank und BitGo. Das OCC teilte mit, dass die Krypto-Bewerber einen strengen Prüfprozess durchlaufen hätten, ähnlich dem, der für traditionelle Banken gilt.
Regulatorische Ungleichheit im Bankensektor
Die Bankenverbände argumentieren, dass die neuen Lizenzvergaben ein Zwei-Klassen-Bankensystem schaffen würden. Ihrer Meinung nach erhalten Fintech- und Krypto-Unternehmen nationale Lizenzen, ohne die nötige Absicherung durch die Federal Deposit Insurance Corp. (FDIC) oder die Kapital- und Liquiditätsanforderungen, die regulierte Banken erfüllen müssen. Diese Entwicklung könnte als eine Form des regulatorischen Arbitrageverhaltens auf nationaler Ebene interpretiert werden.
Durch die nationalen Lizenzen könnten Krypto-Unternehmen von einer bundesweiten Ausnahme der Gesetze zur Geldübertragung der Bundesstaaten profitieren, was ihnen ermöglicht, zahlreiche Verpflichtungen zu umgehen, die für reguläre Banken mit Einlagensicherung gelten. ABA-Präsident Rob Nichols wies darauf hin, dass dies die Grenzen dessen, was als Bank betrachtet wird, verwischt, und die Integrität der Banklizenz gefährden könnte.
Verbraucherschutz und rechtliche Bedenken
Zusätzlich zur Wettbewerbsproblematik äußern die Bankenverbände Bedenken hinsichtlich des Verbraucherschutzes. Sie warnen, dass es für Verbraucher schwierig sein könnte, zwischen Einlagensicherung geschützten Banken und nationalen Trust-Instituten, die unverbriefte Krypto-Assets verwalten, zu unterscheiden. Zudem wird kritisiert, dass das OCC nicht ausreichend erklärt hat, wie im Falle der Insolvenz eines solchen Unternehmens verfahren würde, insbesondere wenn es um Milliarden von USD an digitalen Vermögenswerten geht.
Die ICBA stellt die rechtliche Zuständigkeit des OCC für die Vergabe dieser Lizenzen in Frage. Sie argumentiert, dass die Vergaben durch Interpretationsbrief Nr. 1176 Probleme hervorrufen könnten, da sie es Trust-Banken gestatten, nicht-treuhänderische Aufgaben zu übernehmen, etwa die Verwahrung von Stablecoin-Reserven. Diese Veränderungen werden als drastischer Politikwandel wahrgenommen, der die nationale Trust-Lizenz über ihren bisherigen Rahmen hinaus ausdehnt.
In Anbetracht dieser Bedenken fordern sowohl ABA als auch ICBA eine sofortige Rücknahme der erteilten Lizenzen, um potenzielle Risiken für Banken und das gesamte Finanzsystem zu minimieren.
Bildquelle: ai-generated











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