Der Rückgang des Bitcoin-Kurses hat zu zahlreichen Spekulationen über mögliche Marktmanipulationen durch große Unternehmen geführt. Matt Hougan, der Chief Investment Officer (CIO) von Bitwise, stellt jedoch klar, dass die Ursachen für den Preisverfall weitaus einfacher sind.
Diese Diskussion verdeutlicht, dass es weiterhin unterschiedliche Meinungen darüber gibt, was die entscheidenden Bewegungen im Krypto-Markt auslöst. Handelt es sich um Strategien großer Finanzinstitutionen, technische Risiken oder um normale Marktzyklen?
Ursachen für den Bitcoin-Kursverfall
Hougan äußerte sich zu den vielen Spekulationen in sozialen Medien, die besagen, dass der Bitcoin-Kurs durch gezielte Aktionen gesenkt wurde. In der Vergangenheit berichteten verschiedene Quellen über Vorwürfe gegen die Handelsplattform Binance.
In jüngster Zeit haben einige Mitglieder der Krypto-Community wiederkehrende Muster identifiziert, wie die angeblichen „10 Uhr Bitcoin-Dumps“ durch Jane Street. Der CIO von Bitwise wies diese Theorien entschieden zurück und erklärte, die tatsächlichen Gründe seien „deutlich langweiliger“ als die Spekulationen vermuten lassen.
„Die Verschwörungstheorien sind absurd. Zuerst war es Binance, dann Wintermute, gefolgt von einem unbekannten Offshore-Makro-Hedgefonds, dann war es Papier-Bitcoin und heute ist es Jane Street. Nächste Woche wird es wieder jemand anderes sein“, äußerte er in einem Beitrag.
Verkaufsmuster und deren Ursachen
Hougan führt aus, dass der „wahre Grund für den Rückgang von Bitcoin“ darin besteht, dass langfristige Investoren ihre Bestände reduzieren. Dies geschieht durch den Verkauf von Bitcoin auf dem Spotmarkt, das Schließen gehebelter Positionen und das Schreiben von Covered Calls, was zusätzlichen Druck auf den Kurs ausübt.
Für das Verkaufsverhalten nennt der Bitwise-CIO drei Hauptgründe:
- Die Theorie des Vier-Jahres-Marktzyklus.
- Sorgen bezüglich Quantencomputing.
- Die Verlagerung von Kapital aus dem Krypto-Sektor in Startups im Bereich Künstliche Intelligenz (KI).
Das Thema Quantencomputing wird in der Krypto-Community derzeit intensiv diskutiert. Während Michael Saylor, Mitgründer von MicroStrategy, diese Bedenken kürzlich relativierte, bleiben viele Anleger dennoch vorsichtig.
Kevin O’Leary, kanadischer Geschäftsmann und Investor bei Shark Tank, warnt, dass große Investoren ihre Bitcoin-Anteile auf etwa drei Prozent beschränken, bis die Branche ein glaubwürdiges Mittel gegen die Risiken durch Quantencomputing präsentiert. Christopher Wood von Jefferies, der weltweit für die Aktienstrategie verantwortlich ist, hat sogar eine zehnprozentige Bitcoin-Quote aus seinem Musterportfolio gestrichen, ebenfalls aus diesen Gründen.
Ausblick auf den Krypto-Markt
In der Zwischenzeit ist Hougan der Ansicht, dass der Großteil der Verkäufe wahrscheinlich bereits abgeschlossen ist. Er glaubt, dass Bitcoin dabei ist, einen Boden auszubilden und bald neue Höchststände erreichen könnte. Seiner Meinung nach:
„Das ist ein klassischer Krypto-Winter, und danach wird es einen klassischen Krypto-Frühling geben.“
Er hat zuvor angedeutet, dass der aktuelle Krypto-Winter-Zyklus im Januar 2025 begonnen hat. Da ein solcher Zyklus seiner Einschätzung nach in der Regel etwa 13 Monate dauert, könnte das Ende bald bevorstehen.
Der On-Chain-Analyst Willy Woo sieht die Situation jedoch komplexer. Er meint, der jüngste Ausverkauf scheine vorüber zu sein, warnt jedoch, dass die geringe Liquidität bei Spot- und Futures-Märkten eine rasche Erholung behindern könnte.
Woo prognostiziert, dass die bärische Phase erst im vierten Quartal 2026 enden wird, während eine bullische Stimmung frühestens im ersten oder zweiten Quartal 2027 zurückkehren könnte.
„Rund 45.000 wäre ein typischer Boden im Bärenmarkt. BTC gab es bisher nur in einem globalen Makro-Bullenmarkt von 2009 bis 2026. Wenn das globale Umfeld einbricht, ist 30.000 die nächste Unterstützungszone, 16.000 die letzte Linie, um den bullischen BTC-Kurs-Trend aufrechtzuerhalten“, schrieb Woo auf X.
Die unterschiedlichen Prognosen verdeutlichen, dass noch unklar ist, wie weit der Markt im aktuellen Zyklus fortgeschritten ist. Die Mehrheit der Analysten ist sich jedoch einig, dass die gegenwärtige Schwäche des Bitcoin-Kurses durch fundamentale und psychologische Faktoren bedingt ist – und nicht durch Manipulation.
Für weitere Informationen über die aktuelle Marktsituation könnte der Artikel über die Krypto-Stimmung im Februar von Interesse sein. Zudem sind Strategien gegen Verluste in einem Krypto-Bärenmarkt ebenfalls wertvoll. Beobachtungen zu den Marktbewegungen finden sich im Artikel über den Rückgang des Bitcoin-Coinbase-Premiums.











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