Handelsvolumen in Südkorea sinkt aufgrund von 22-%-Steuer auf Kryptowährungen

Südkorea plant ab 2027 eine Krypto-Steuer von 22%, was bereits zu einem dramatischen Rückgang des Handelsvolumens um 54,6% bei den führenden Börsen geführt hat. Kritiker warnen, dass die Regelung Investoren ins Ausland treiben könnte.

Südkoreas 22-%-Krypto-Steuer sorgt für Einbruch des Handelsvolumens

Die Einführung einer Krypto-Steuer von 22 % in Südkorea hat bereits zu einem signifikanten Rückgang des Handelsvolumens geführt. Vizepremierminister und Finanzminister Koo Yun-cheol bestätigte am 29. Juli während einer Sitzung der Nationalversammlung, dass die Steuer ab 2027 in Kraft tritt. Die ersten Steuererklärungen sind für Mai 2028 vorgesehen.

Die neuen Steuervorschriften betreffen jährliche Gewinne über 2,5 Millionen Won, was etwa 1.740 USD entspricht. Diese Regelung hat dazu geführt, dass das Handelsvolumen auf den fünf größten koreanischen Börsen im ersten Halbjahr um 54,6 % gesunken ist.

Details zur Krypto-Steuer

Die Krypto-Steuer fällt unter die Kategorie „Sonstige Einkünfte“, die Gewinne außerhalb von Löhnen oder betrieblichen Einnahmen umfasst. Gewinne aus der Übertragung oder Verleihung von virtuellen Vermögenswerten fallen ebenfalls in diese Kategorie. Der nationale Steuersatz beträgt 20 %, während ein lokaler Zuschlag den Gesamtsatz auf 22 % erhöht.

Investoren, deren Gewinne unterhalb der festgelegten Schwelle liegen, sind von der Steuerpflicht befreit. Die Einführung dieser Regelung war von zahlreichen Verzögerungen geprägt; ursprünglich sollte sie bereits im Januar 2022 in Kraft treten, wurde jedoch auf 2025 und schließlich auf 2027 verschoben.

Widerstand gegen die Regelung

Der Abgeordnete der People Power Party, Kim Sang-hoon, äußerte Bedenken hinsichtlich der neuen Regelung. Er kritisierte, dass Investoren Verluste nicht mit Gewinnen aus zukünftigen Jahren verrechnen können. Diese Einschränkung könnte dazu führen, dass viele Trader ihre Aktivitäten ins Ausland verlagern. Kim warnte, dass dies sowohl das Handelsvolumen als auch die Möglichkeit zur Besteuerung im Inland verringern könnte.

Koo räumte die Bedenken ein, hielt jedoch an der Einführung der Steuer fest. Er argumentierte, dass die Einbeziehung von Krypto in das Schema der Kapitalertragssteuer eine umfassende Überprüfung aller Finanzmärkte erfordere.

Rückgang des Handelsvolumens

Ein separater Gesetzentwurf der Opposition, der im März eingebracht wurde, zielt darauf ab, Krypto-Einkünfte vollständig aus dem Einkommensteuergesetz zu streichen. Der Gesetzentwurf wurde an einen Unterausschuss verwiesen, was eine mögliche Aussetzung oder Abschaffung der Regelung offenlässt.

Die Handelszahlen belegen den Rückgang: Die fünf führenden Börsen – Upbit, Bithumb, Coinone, Korbit und Gopax – verzeichneten in den ersten sechs Monaten ein Handelsvolumen von rund 366,58 Milliarden USD, was einem Rückgang von 54,6 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2025 entspricht. Auch im Juli setzte sich der Rückgang fort, das kumulierte Volumen fiel um 16,9 % im Vergleich zu Juni.

Marktveränderungen und zukünftige Entwicklungen

Die Marktverhältnisse verändern sich. Upbit verarbeitete im Juli etwa 11,69 Billionen Won und konnte seinen Marktanteil von 62,3 % auf 67,4 % steigern, obwohl das Volumen um 10 % zurückging. Im Gegensatz dazu sank der Marktanteil von Bithumb von 30,7 % auf 27,1 %, was einen Abstand von 40,3 Prozentpunkten zu Upbit bedeutet.

Diese Entwicklungen könnten darauf hindeuten, dass sich die Liquidität in Zeiten eines Marktrückgangs zunehmend auf größere Plattformen konzentriert. Kleinere Börsen wie Coinone, Korbit und Gopax stehen unter Druck und prüfen Berichten zufolge Partnerschaften mit Wertpapierunternehmen sowie Umstrukturierungen.

In Zukunft könnte der Wettbewerb weniger vom Handelsvolumen abhängen. Faktoren wie die Liquidität von Stablecoins, regulatorische Anforderungen und der Zugang für institutionelle Investoren könnten an Bedeutung gewinnen.


Quellen: de.beincrypto

Bildquelle: KI generiert

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