Meinungsverschiedenheiten unter Bitcoin-Entwicklern über den Zweck der Blockchain

Bitcoin-Entwickler diskutieren hitzig über die zukünftige Nutzung der Blockchain. Während die BIP-110-Regelung das Speichern von Daten auf der Blockchain einschränken will, befürworten andere Entwickler die Freiheit für kreative Anwendungen. Ein drohendes Fork-Risiko könnte die Zukunft von Bitcoi…

Bitcoin-Entwickler streiten darüber, wozu die Blockchain dient

Diskussion unter Bitcoin-Entwicklern über die Funktionalität der Blockchain

Die Entwickler der Ordinals-Technologie äußern sich optimistisch über die Zukunft ihrer Innovation im Hinblick auf die bevorstehende Aktivierung des BIP-110-Soft-Forks. Sie sind überzeugt, dass ihre Technologie die Herausforderungen, die mit dieser Regeländerung einhergehen, meistern wird. Die geplante Anpassung zielt darauf ab, die Speicherung von Dateien auf der Bitcoin-Blockchain zu unterbinden, was die grundlegende Frage aufwirft: Soll Bitcoin (BTC) ausschließlich als Zahlungsmittel fungieren oder auch für andere Anwendungen genutzt werden, für die Nutzer bereit sind zu zahlen?

Details zu BIP-110 und seinen Auswirkungen

Der Vorschlag BIP-110 erfordert die Signalisierung von 1.109 Blöcken innerhalb einer bestimmten Periode. Aktuell wurden lediglich drei signalisierende Blöcke registriert. In etwa fünf Wochen steht die verpflichtende Signalisierung an, die die Aktivierung bei den prüfenden Nodes erzwingt. Die Regeländerung würde den erlaubten Speicherplatz für Transaktionen auf 256 Byte pro Stück beschränken, was etwa einem kurzen Absatz Text entspricht. Diese Begrenzung könnte die gegenwärtige Speichermethode der Inscriptions unbrauchbar machen, da sie darauf abzielt, die Speicherung von Bildern und Texten auf der Blockchain zu verhindern.

Die Regel würde für ein Jahr gelten und danach automatisch außer Kraft treten. Ältere Coins wären von dieser Regelung nicht betroffen. Der Autor des Vorschlags, der unter dem Pseudonym Dathon Ohm agiert, führt Luke Dashjr, einen bekannten Bitcoin-Knots-Maintainer, als Verfasser des ursprünglichen Entwurfs an.

Abstimmung und Unterstützung

Miner haben die Möglichkeit, durch das Hinzufügen eines kleinen Signals in ihren Blöcken abzustimmen. Für die Umsetzung des BIP-110 sind 1.109 markierte Blöcke von insgesamt 2.016 innerhalb von zwei Wochen erforderlich. Allerdings wurde zum Stand 30. Juni lediglich ein Anteil von weniger als 1% an signalisierenden Blöcken verzeichnet. Die Unterstützung für den Vorschlag hat seit Beginn der Abstimmung im Dezember 2025 nie die 1%-Marke überschritten, wobei die beste Zweiwochenperiode lediglich 0,79% erreichte.

Eine Besonderheit des Plans besteht darin, dass keine Mehrheit erforderlich ist, um die Regelung zu aktivieren. Ab Anfang August werden Computer, die mit der BIP-110-Software ausgestattet sind, Blöcke ohne das entsprechende Signal ablehnen.

Warnungen vor möglichen Konsequenzen

Adam Back, der CEO von Blockstream, hat bereits auf die Risiken eines möglichen Forks hingewiesen, was bedeuten könnte, dass Bitcoin sich in zwei konkurrierende Versionen aufspaltet. Michael Saylor von MicroStrategy bezeichnete den Plan als ein selbstverschuldetes Risiko. Dashjr äußerte am Donnerstag, was seiner Meinung nach auf dem Spiel steht: „Wenn BIP-110 scheitert, scheitert auch Bitcoin. Ich habe kein Interesse an einer CBDC, erst recht nicht an einer unregulierten CBDC, die vorgibt, dezentralisiert zu sein.”

Seiner Ansicht nach würde Bitcoin seine Einzigartigkeit verlieren, wenn es nicht in der Lage ist, Spam abzulehnen.

Reaktionen der Ordinals-Entwickler

Am 2. Juli stellte der Ordinals-Entwickler lifofifoX einen Fix vor, der eine alternative Methode zur Speicherung von Daten ermöglicht. Dabei werden Dateien in kleine, zulässige Stücke zerlegt, anstatt die von BIP-110 verbotene Methode zu verwenden. Der Erfinder von Ordinals, Casey Rodarmor, unterstützte diesen Fix und äußerte auf GitHub: „Sieht für mich gut aus! Lassen Sie uns warten, bis BIP-110 aktiviert wird, bevor wir dies zusammenführen.”

Die Gegenseite hat bereits reagiert und ein Gegen-Update bei Bitcoin Knots eingereicht, das von den meisten Befürwortern von BIP-110 verwendet wird. Die Argumentation besagt, dass die Software das neue Format nicht erkennt und somit die Größenprüfung umgangen wird.

Historische Parallelen und zukünftige Entwicklungen

Diese Auseinandersetzung erinnert an frühere Debatten über Inscriptions, die die Community ebenfalls gespalten haben. Im Oktober 2024 führte ein ähnliches datenbasiertes Format namens Runes zu einer Gebührenerhöhung um 32%, von der Miner profitierten. Befürworter argumentieren, dass die freiwilligen Betreiber der Bitcoin-Netzwerkcomputer gezwungen sind, all diese Daten dauerhaft zu speichern, ohne dafür eine Entschädigung zu erhalten.

Die erzwungene Abstimmungsphase beginnt in etwa fünf Wochen. Back hat die Frist im August bereits als potenziellen Weg in die Bedeutungslosigkeit eines Altcoins bezeichnet, dem kaum jemand folgen würde. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um zu klären, ob das Schweigen der Miner auf Ablehnung oder Gleichgültigkeit hindeutet.


Quellen: de.beincrypto

Bildquelle: KI generiert

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