Michael Saylor: BIP-110 als potenzielles Risiko für Bitcoin
Der Mitgründer von MicroStrategy, Michael Saylor, hat erklärt, dass Bitcoin (BTC) den globalen Narrativ-Krieg gewonnen hat, jedoch warnt er vor den möglichen negativen Auswirkungen des BIP-110-Protokolls, das er als die größte verbleibende Bedrohung für die Kryptowährung betrachtet.
Gleichzeitig hat David Bailey, der Organisator der Bitcoin-Konferenz, die Befürworter von BIP-110 eingeladen, was die Debatte innerhalb der Bitcoin-Community anheizt und die Mitglieder in unterschiedliche Lager spaltet.
BIP-110 ist ein Vorschlag zur Auswahl neuer Bitcoin-Blöcke, bei dem Miner darüber abstimmen sollen, welchen gültigen Block sie akzeptieren, anstatt nur der längsten Blockchain zu folgen.
Zusammengefasst zielt BIP-110 darauf ab, den Konsens in Bitcoin flexibler und widerstandsfähiger gegen bestimmte Mining-Angriffe zu gestalten.
Die Bedeutung der BIP-110-Debatte
Saylor führt an, dass der Bitcoin-Kurs mittlerweile stärker von institutionellen Kapitalströmen beeinflusst wird als von den traditionellen Halving-Zyklen. Er bezeichnet den Vier-Jahres-Zyklus als „tot“ und betont, dass Bankkredite und digitale Kredite künftig das Wachstum von Bitcoin prägen werden.
Sein schärfster Vorwurf richtet sich jedoch gegen die Protokollentwicklung. Der MicroStrategy-Manager bezeichnet „schlechte Ideen, die iatrogene Protokolländerungen verursachen“, als das größte Risiko für Bitcoin.
„Iatrogen“ ist ein medizinischer Begriff, der Schäden beschreibt, die durch ärztliche Maßnahmen verursacht werden.
Diese Warnung bezieht sich direkt auf den Konflikt um BIP-110. Der Vorschlag, der von Entwickler Dathon Ohm eingebracht und vom Bitcoin Knots-Team unterstützt wurde, sieht einen temporären Soft Fork für ein Jahr vor, um nicht-monetäre Daten in Bitcoin-Transaktionen zu beschränken.
Insbesondere richtet sich der Vorschlag gegen Ordinals-Inschriften, BRC-20-Token und große OP_RETURN-Datennutzlasten, die von Kritikern als Belastung für die Blockchain und die Betreiber von Nodes angesehen werden.
Eine gespaltene Community
Der erste Block, der BIP-110 unterstützte, wurde im März 2026 vom Ocean Miningpool gemint. Befürworter sehen darin eine notwendige Maßnahme zur Verteidigung der Identität von Bitcoin als stabiler Währung. Sie argumentieren, dass die Speicherung beliebiger Daten mit Zahlungen konkurriert und die Gebühren für normale Nutzer erhöht.
Gegner hingegen vertreten eine andere Sichtweise. Adam Back, CEO von Blockstream, warnt, dass Eingriffe auf Konsensebene das Ansehen von Bitcoin als Wertaufbewahrungsmittel gefährden könnten. Er weist darauf hin, dass der Vorschlag einen Präzedenzfall für zukünftige Zensur von Transaktionen schaffen könnte.
Auch die Aktivierungsschwelle ist umstritten. BIP-110 schlägt eine Mindestanforderung von 55% Hashrate vor, was deutlich unter dem traditionellen Konsenswert von 95% für Bitcoin-Updates liegt.
Bailey, der CEO und Vorsitzende von Nakamoto sowie Gründer von BTC Inc., räumt ein, dass er in sozialen Medien über die Befürworter von BIP-110 gespottet hat. Einige Unterstützer von BIP-110 wiesen seine Einladung als reine PR-Aktion zurück, die lediglich dem Ticketverkauf dienen sollte und nicht als ernsthafte Initiative zur Vermittlung gedacht war.
Trotzdem finden die Bitcoin 2026 Conference und eine Sitzung der Federal Reserve beide Ende April statt, was ein enges Zeitfenster mit mehreren potenziellen Auslösern für die Bitcoin-Kursentwicklung schafft.
Das Signalisierungsverfahren für BIP-110 läuft weiter, und eine mögliche Aktivierungsentscheidung steht später im Jahr 2026 bevor. Im Kern dreht sich der Streit darum, ob Bitcoin ein reines monetäres Instrument bleiben oder breitere Experimente auf der Blockchain zulassen soll.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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