Clem Chambers: Nächster Krypto-Zyklus wird durch echte Blockchain-Anwendungen geprägt
Die Ära der „Coins-first“-Mentalität neigt sich dem Ende zu, während der Wert zunehmend auf praktischen Anwendungen und Produkten liegt. Das Interesse an tokenisierten Vermögenswerten, Stablecoins und KI-Protokollen fördert diesen Wandel.
In den letzten fünf Jahren waren die bullischen Krypto-Zyklen stark von Spekulationen mit Token und, in jüngerer Zeit, von der institutionellen Akzeptanz geprägt. Laut Clem Chambers, dem Gründer von ADVFN, einer führenden Plattform für Aktien und Märkte in Europa, wird der kommende Zyklus jedoch durch reale Anwendungen bestimmt.
Chambers äußerte sich im Rahmen des BeInCryptos Markets Intelligence Council und betonte, dass die Branche sich von einem handelgetriebenen Zyklus entfernt.
„Diese Ära ist vermutlich vorbei und kommt sicher zum Ende. Dann werden Anwendungsfälle im Vordergrund stehen”,
fügte er hinzu und verwies auf eine grundlegende Veränderung in der Art und Weise, wie Werte im Krypto-Markt geschaffen werden.
Divergenz zwischen Handelsaktivität und echtem Nutzen
Seine Einschätzung erfolgt in einem Kontext, in dem der aktuelle Zyklus eine deutliche Diskrepanz zwischen der Kursentwicklung und der tatsächlichen Aktivität aufzeigt. Bitcoin und Ethereum ziehen weiterhin institutionelle Investitionen an, insbesondere nach der Einführung von ETFs.
Dennoch konzentriert sich das Kapital zunehmend auf die größten Kryptowährungen, während Token aus der mittleren Kategorie Schwierigkeiten haben, Interesse oder Liquidität aufrechtzuerhalten.
Gleichzeitig gewinnen andere Marktsegmente an Bedeutung: Tokenisierte reale Vermögenswerte, Stablecoin-basierte Zahlungsmittel und Blockchain-Infrastrukturen im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Daten verzeichnen ein kontinuierliches Wachstum.
Diese Bereiche schaffen Nutzungsmöglichkeiten, generieren Gebühren und erzielen teilweise sogar reale Umsätze – ein Aspekt, den viele spekulative Token in früheren Zyklen nicht bieten konnten.
Der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg: Produkte statt Token
Chambers beschreibt diesen Wandel sehr prägnant.
„Vergessen Sie Fi und achten Sie auf Anwendungen — nicht Fi, sondern Apps, Anwendungen von Token und Blockchains”,
betont er.
Frühere Zyklen konzentrierten sich auf finanzielle Kernelemente wie DeFi-Protokolle, Ertragsfarmen und den Handel mit Token. Der Fokus verschiebt sich nun auf Anwendungen, die direkt von den Nutzern verwendet werden, oft ohne dass der zugrunde liegende Token im Mittelpunkt steht.
Diese Entwicklung spiegelt sich in den umfassenderen Marktsignalen für das Jahr 2026 wider. Tokenisierte Fonds von Unternehmen wie BlackRock und die zunehmende Nutzung von Stablecoins für Zahlungen verdeutlichen, wie Blockchain-Technologie zunehmend in bestehende Finanzsysteme integriert wird.
Darüber hinaus ziehen Infrastrukturbereiche wie dezentrale physische Netzwerke und KI-basierte Protokolle immer mehr Entwickler und Investitionen an.
Herausforderungen und Perspektiven
Der Übergang verläuft jedoch nicht gleichmäßig. Spekulativer Handel beeinflusst weiterhin kurzfristige Kursbewegungen, und die Beteiligung im Retail-Bereich orientiert sich häufig am Momentum.
Viele Projekte auf Anwendungsebene haben zudem Schwierigkeiten, Nutzer langfristig zu binden und Einnahmen zu generieren.
Trotz dieser Herausforderungen wird die Richtung klarer. Während frühere Zyklen von Narrativen rund um Token geprägt waren, könnte die nächste Phase davon abhängen, ob Blockchain-basierte Anwendungen einen dauerhaften Nutzen bieten können.
Chambers’ Argument verdeutlicht eine breitere Entwicklung: Der Markt belohnt zunehmend die tatsächliche Nutzung anstelle von bloßen Hypes.
Ob dieser Wandel die nächste Marktphase vollständig prägen wird, hängt davon ab, wie schnell diese Anwendungen über die Krypto-Community hinaus skaliert werden können.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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