NYSE Arca und NYSE American haben die Begrenzung auf 25.000 Kontrakte für Optionen auf Spot-Bitcoin-ETFs und Ether-ETFs aufgehoben. Damit sind sie die letzten großen US-Optionsbörsen, die diese Umstellung vollziehen.
Die SEC hat auf ihre übliche 30-Tage-Prüfungsfrist bei beiden Anträgen verzichtet, sodass die Änderungen direkt in Kraft treten.
Wichtige Neuerungen bei Krypto-ETF-Optionen
Die Regeländerungen betreffen Optionen auf elf Krypto-ETF-Produkte, darunter BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT), Fidelitys Wise Origin Bitcoin Fund (FBTC), ARK 21Shares Bitcoin ETF (ARKB) sowie die Bitcoin- und Ethereum-Trusts von Grayscale.
Zusätzlich werden Beschränkungen aufgehoben, die bislang den Handel dieser Produkte als FLEX-Optionen verhinderten. FLEX-Optionen ermöglichen institutionellen Investoren individuell anpassbare Ausübungspreise und Laufzeiten.
Die neuen Positionsbegrenzungen orientieren sich an den jeweiligen Standards der Börsen, die sich an Handelsvolumen und der Anzahl der umlaufenden Anteile orientieren. Optionen auf große, liquide ETFs können unter diesen neuen Regelungen Positionen von 250.000 Kontrakten oder mehr erreichen.
Hintergrund der Regeländerungen
Die 25.000-Kontrakte-Grenze wurde im November 2024 als Vorsichtsmaßnahme eingeführt, als erstmals Optionen auf Krypto-ETFs angeboten wurden. Der leitende ETF-Analyst von Bloomberg, Eric Balchunas, stellte damals fest, dass IBIT am ersten Tag des Optionshandels fast 1,9 Milliarden USD an nomineller Position aufwies, obwohl diese Begrenzung galt.
Die Nasdaq ISE und Nasdaq PHLX beantragten Anfang 2026 die Aufhebung ihrer Begrenzungen. MIAX folgte im selben Monat, während MEMX im Februar nachzog. Cboe reichte im März einen Antrag ein. Mit der Umstellung von NYSE Arca und NYSE American gilt dieser Prozess nun als abgeschlossen.
Regulatorische Aspekte und zukünftige Entwicklungen
Die SEC betonte, dass durch die Vorschläge keine neuen regulatorischen Fragen entstehen. Sie verwies auf die bereits bestehenden Regeln, die an konkurrierenden Börsen gelten. Die Kommentierungsfristen laufen bis zum 13. April, jedoch sind die neuen Vorschriften bereits gültig.
Unabhängig davon hat die Nasdaq ISE einen offenen Antrag gestellt, die spezifische IBIT-Positionsgrenze auf eine Million Kontrakte anzuheben. Die SEC prüft diesen Antrag noch. Sollte er genehmigt werden, würde IBIT vergleichbar mit den größten Aktien-ETFs im Land behandelt werden.
Chancen für institutionelle Anleger
Die Aufhebung der Positionsbegrenzungen ermöglicht effizientere Absicherungsstrategien, Basis-Handel und Overlay-Programme für institutionelle Anleger. Der Zugang zu FLEX-Optionen bietet Institutionen die Möglichkeit, individuelle Vertragsbedingungen für strukturierte Produkte auszuhandeln, ähnlich wie bei etablierten Rohstoff-ETFs wie dem SPDR Gold Trust (GLD) und dem iShares Silver Trust (SLV).
Der praktische Effekt ist, dass Krypto-ETF-Derivate nun unter denselben Rahmenbedingungen gehandelt werden wie Optionen auf Gold und Silber, die seit über einem Jahrzehnt bestehen.
Institutionelle Marktteilnehmer, die zuvor mit Beschränkungen konfrontiert waren, die in keiner anderen Rohstoffklasse existierten, haben nun gleiche Wettbewerbsbedingungen.
Diese Entwicklung erfolgt in einer Phase erhöhter makroökonomischer Volatilität, ausgelöst durch den US-Iran-Konflikt, steigende Ölpreise und sinkende Erwartungen für Zinssenkungen der Federal Reserve.
Da Bitcoin-ETFs derzeit fast 91 Milliarden USD Nettovermögen halten und der institutionelle Zufluss zunehmend die Preisbildung bei Krypto beeinflusst, gibt die Abschaffung künstlicher Optionsobergrenzen großen Verwaltern die Möglichkeit, Risiken im gleichen Umfang zu steuern wie bei Edelmetallen und Aktienindizes.
Ob sich dies in höheren Optionsumsätzen und größerer Liquidität bei Krypto-ETFs niederschlägt, wird sich in den Handelsdaten des 2. Quartals 2026 zeigen. Die Infrastruktur ist nun vorhanden, jedoch bleibt abzuwarten, wie viel Kapital folgen wird.
Bildquelle: RDNE Stock project auf Pexels











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