Der Stablecoin USDC hat mit einem Umlaufvolumen von nahezu 80 Milliarden USD einen bedeutenden Meilenstein erreicht und überholt erstmals seit 2019 das Transaktionsvolumen von Tether’s USDT. Diese Entwicklung zeigt, dass sich der Wettbewerb im Stablecoin-Sektor zunehmend regionalisiert, anstatt nur global stattzufinden.
Aktuelle Daten belegen, dass der Besitz von USDC in Ländern wie Kolumbien, Südafrika, Deutschland und Brasilien höher ist als der von USDT. Laut einer Studie der Mizuho Financial Group hat USDC im laufenden Jahr ein bereinigtes Transaktionsvolumen von etwa 2,2 Billionen USD verarbeitet, während USDT nur 1,3 Billionen USD erreicht hat. Dies bedeutet, dass USDC nun 64% des gemeinsamen bereinigten Volumens der beiden Stablecoins ausmacht, was einen signifikanten Wandel im Vergleich zu den Jahren 2019 bis 2025 darstellt, als USDT konstant die Führung innehatte.
Wachstum und Marktanteile im Stablecoin-Sektor
Die Marktkapitalisierung von USDT beträgt derzeit rund 184 Milliarden USD, was mehr als doppelt so viel ist wie die von USDC. Zusammen repräsentieren diese beiden Stablecoins laut TRM Labs etwa 93% der gesamten Marktkapitalisierung im Stablecoin-Sektor. Die Daten von CoinMarketCap zeigen, dass die Umlaufmenge von USDC Anfang Februar 2026 von etwas über 70 Milliarden USD auf 75 Milliarden USD zu Beginn des März anstieg und schließlich die 79-Milliarden-Marke überschritt. Dieses Wachstum zählt zu den schnellsten Anstiegen eines großen Stablecoins.
Regionale Unterschiede im Stablecoin-Besitz
Ein separater Bericht, der im Stablecoin Utility Report 2026 von BVNK veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Halterquoten von USDT und USDC in verschiedenen Märkten variieren. In Nigeria beispielsweise halten 59% der Nutzer USDT, während 48% USDC besitzen. USDT führt auch in Indien, auf den Philippinen, in Singapur, Thailand, Argentinien, Frankreich und im Vereinigten Königreich. In fünf Märkten jedoch übersteigt der Anteil der USDC-Halter den von USDT. In Kolumbien beispielsweise liegt der Anteil bei 29% für USDC und 25% für USDT, während in Südafrika 29% zu 23% stehen.
„USDC gewinnt an Boden. In Kolumbien, Südafrika, den USA, Deutschland und Brasilien liegt der USDC-Anteil tatsächlich über dem von USDT. Der regulierte Stablecoin zeigt eine zunehmende Akzeptanz“, sagte Leon Waidmann, Head of Research bei Lisk.
Regulatorische Einflüsse und geopolitische Faktoren
Die unterschiedlichen Halteranteile deuten darauf hin, dass die regulatorische Positionierung einen Einfluss auf die Akzeptanz der Stablecoins haben könnte. USDC, der von der Circle Internet Group herausgegeben wird, erfüllt die Anforderungen der EU-Märkte für Krypto-Vermögenswerte (MiCA) und passt sich an den US-amerikanischen GENIUS Act an. Im Gegensatz dazu hat Tether entschieden, nicht nach MiCA zu agieren und konzentriert sich auf das Wachstum in Asien und anderen nicht-westlichen Märkten.
Die steigende Umlaufmenge von USDC hat auch geopolitische Dimensionen. Analyst Rami Al-Hashimi aus Dubai führt einen Teil der aktuellen Nachfrage auf Kapitalabflüsse aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zurück. Er stellte fest, dass Over-the-Counter-Schalter in Dubai Schwierigkeiten haben, mit den Bestellungen für USDC Schritt zu halten, da der Immobilienmarkt in Dubai stark gefallen ist.
Marktentwicklung und zukünftige Prognosen
Die Mizuho-Analysten Dan Dolev und Alexander Jenkins betonten in einer Analyse, dass das bereinigte Volumen für die langfristige Prognose des Siegers im Stablecoin-Markt wichtiger sein könnte als die Marktkapitalisierung. Sie haben ihr Kursziel für die Aktien von Circle von 100 USD auf 120 USD angehoben, da die Nutzungsmöglichkeiten von USDC in verschiedenen Bereichen, wie Prognosemärkten und im agentischen Handel, zunehmen.
Der gesamte Stablecoin-Markt hat Mitte März mit 315 Milliarden USD einen neuen Rekord erreicht, was auf eine wachsende Nachfrage institutioneller Investoren hinweist. Ob USDC seine führende Position im Transaktionsvolumen behaupten und gleichzeitig den Abstand zu USDT in Bezug auf die Marktkapitalisierung verringern kann, wird von der weiteren Entwicklung regulatorischer Präferenzen und regionaler Akzeptanz abhängen.
Die Daten von Anfang 2026 zeigen, dass die Antworten auf diese Fragen je nach Land unterschiedlich ausfallen können.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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