SEC & CFTC schließen Vereinbarung zur Kryptoregulierung

Die SEC und die CFTC haben eine bedeutende Vereinbarung zur Regulierung von Krypto-Assets unterzeichnet. Diese umfasst unter anderem eine gemeinsame Taxonomie, die Harmonisierung von Regeln und regelmäßige Kooperationen, um Zuständigkeitskonflikte zu beseitigen und Innovationen zu fördern.

SEC & CFTC schließen Vereinbarung zur Kryptoregulierung

SEC und CFTC vereinbaren Zusammenarbeit zur Regulierung von Kryptowährungen

Die US-Börsenaufsicht SEC und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben am 11. März ein bedeutendes Memorandum of Understanding (MOU) unterzeichnet, das eine engere Kooperation bei der Regulierung digitaler Vermögenswerte vorsieht. Diese Vereinbarung zielt darauf ab, bestehende Konflikte über Zuständigkeiten zu beenden und die Regulierung im Bereich Kryptowährungen zu verbessern.

Inhalt des Memorandums

Das MOU umfasst sechs wesentliche Punkte, darunter:

  • Definition einer gemeinsamen Krypto-Asset-Taxonomie
  • Koordinierte Durchsetzungsmaßnahmen
  • Einrichtung einer gemeinsamen Unternehmensberatungsplattform
  • Modernisierung der Clearing- und Sicherheitenregeln
  • Vereinfachung der Berichtspflichten
  • Entwicklung eines eigenen Regulierungsrahmens für Krypto

Zusätzlich wurden regelmäßige Treffen, einheitliche Datenweitergabe und frühzeitige Hinweise bei Zuständigkeitsfragen vereinbart. Diese Maßnahmen sollen die Zusammenarbeit zwischen den beiden Behörden stärken und die Innovationskraft im Krypto-Sektor fördern.

„Seit Jahrzehnten behindern Zuständigkeitsstreitigkeiten, doppelte Registrierungen und unterschiedliche Regelwerke von SEC und CFTC die Innovation und haben Marktteilnehmer in andere Länder gedrängt“, sagte SEC-Chef Paul Atkins.

Ausblick auf die Krypto-Agenda der CFTC

Michael Selig, Vorsitzender der CFTC, stellte auf einer Konferenz der FIA einen Tag vor der Unterzeichnung des MOU die zukünftige Agenda seiner Behörde vor. Er betonte, dass seine Regulierung unter dem Motto des „minimal notwendigen Eingriffs“ stehen sollte, um Innovationen nicht ins Ausland zu treiben.

In Bezug auf Krypto kündigte Selig an, dass seine Mitarbeiter Leitlinien erarbeiten sollen, um zu klären, ob Entwickler von Non-Custodial-Software, wie Wallets und DeFi-Anwendungen, eine Registrierung bei der CFTC benötigen. Zudem sollen die Vorschriften für gehebelte Retail-Krypto-Geschäfte und die Klassifizierung von unbefristeten Futures präzisiert werden.

Politikwechsel und gemeinsame Regulierungsansätze

Das MOU stellt einen Wendepunkt in der Politik dar, die unter der Präsidentschaft von Donald Trump an Dynamik gewonnen hat. Im September 2025 erklärten die beiden Behörden ihre Zuständigkeitsstreitigkeiten für beendet. Im Januar 2026 starteten Selig und Atkins gemeinsam das Projekt Crypto, das die Zusammenarbeit weiter intensivieren soll.

Am 7. März berichteten Medien, dass beide Behörden ab 2027 einen gemeinsamen Standort in Washington in Betracht ziehen. Selig bestätigte auf der FIA-Konferenz, dass er und Atkins regelmäßig in Kontakt stehen und die Rivalität zwischen den Behörden beendet sei.

Herausforderungen für den CLARITY Act

Das Digital Asset Market Clarity Act wurde im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen im Repräsentantenhaus verabschiedet, befindet sich jedoch im Senat aufgrund von Uneinigkeiten über Erträge auf Stablecoins in der Warteschleife. Banken lehnen es ab, dass Krypto-Plattformen Prämien auf Stablecoin-Bestände anbieten dürfen. Ein Kompromissvorschlag des Weißen Hauses wurde von den Banken abgelehnt.

Die Senatoren arbeiten an neuen Formulierungen für einen Kompromiss, jedoch bleibt unklar, wann eine Abstimmung stattfinden kann. Der Iran-Krieg und die Forderungen von Präsident Trump nach Regelungen für Wahlrechte vor anderen Gesetzen verkürzen zudem den Zeitrahmen im Senat.

Auswirkungen auf die Kryptomärkte

Mit der Unterzeichnung des MOU schaffen SEC und CFTC bereits die notwendigen Strukturen für eine koordinierte Regulierung im Krypto-Bereich, unabhängig davon, ob der Kongress in diesem Jahr eine gesetzliche Grundlage schafft. Das MOU fungiert als Übergangslösung, die die Koordination bis zur Einführung einer dauerhaften Regelung sicherstellt.

Börsen mit doppelter Zulassung werden von einem reduzierten Aufwand durch koordinierte Prüfungen und das Prinzip der Substituted Compliance profitieren. Die gemeinsame Krypto-Asset-Taxonomie, die zwischen Wertpapieren, digitalen Commodities, Sammlerstücken und Utility-Token unterscheidet, könnte zudem langanhaltende Streitfragen klären.

Im Bereich der Durchsetzung erklärte Selig, dass die CFTC sich auf die Bekämpfung von Betrug konzentrieren wolle und weniger politische Maßnahmen durchsetzen möchte, was einen klaren Gegensatz zur Gensler-Ära darstellt.

Solange das CLARITY Act jedoch nicht in Kraft tritt, können diese Regeln jederzeit bei einem Führungswechsel angepasst werden. Die Behörden fordern daher öffentliches Feedback zur Harmonization Initiative der SEC an.

In seiner Rede auf der FIA-Konferenz sprach Selig auch über weitergehende Deregulierungspläne, die unter anderem die Einstufung von KI-Rechenleistung als „neues digitales Commodity“ und neue Regeln für Vorhersagemarkt-Kontrakte umfassen.

Bildquelle: ai-generated-gemini

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