Die Diskussion um einen möglichen XRP-Escrow-Burn wird immer wieder laut, doch David Schwartz, der CTO Emeritus von Ripple, hat nun eine klare Antwort auf diese Forderungen gegeben. Ein prägnanter Chart verdeutlicht, dass Token-Burns nicht zwangsläufig zu einem Anstieg des Preises führen. Schwartz erläutert zudem, welche Faktoren tatsächlich entscheidend sind.
Die wiederkehrende Forderung nach einem XRP-Burn
Ein Nutzer auf der Plattform X wandte sich direkt an das Führungsteam von Ripple und stellte die bekannte Frage: „Warum nicht etwas unternehmen, das den XRP-Holdern zugutekommt? Verbrennt den Escrow! Oh warte… das könnte XRP tatsächlich mehr wert machen als 1,38 Dollar.”
Die zugrunde liegende Logik ist einfach: Ein reduziertes Angebot führt zu einer höheren Knappheit, was wiederum die Preise steigern sollte. Dieses Argument wird in der Krypto-Community häufig wiederholt. Doch ist es tatsächlich so?
Schwartz‘ Antwort mit einem Chart
David Schwartz reagierte nicht mit Worten, sondern mit einem eindrucksvollen Beweis. Er teilte einen Preischart von Stellar Lumens (XLM) und fragte: „Kannst du finden, wo XLM etwa die Hälfte seines Supplys verbrannt hat?”
Die Antwort darauf ist ernüchternd: Es ist nicht erkennbar, da der Preis kaum beeinflusst wurde.
Im November 2019 verbrannte die Stellar Development Foundation über 55 Milliarden XLM, was mehr als der Hälfte des gesamten Angebots entspricht. Der Preis blieb jedoch nahezu unverändert. Langfristig hatte dieser Burn keinen signifikanten Einfluss auf die Kursentwicklung.
Der Gegenangriff und die Klarstellung von Schwartz
Ein Kritiker versuchte, Schwartz’ Argumentation zu konterkarieren: „Er hat gerade argumentiert, dass das Verbrennen von Coins keinen Einfluss auf den Preis eines Vermögenswerts hat. Daher bieten RLUSD, RWAs und Bridging mit XRP keinen echten Preisvorteil, da ihr einziger direkter Einfluss das Verbrennen von XRP ist.”
Schwartz entgegnete präzise: „Kein Vorteil durch ihren direkten Einfluss. Aber ich denke, diese Dinge können manchmal massive indirekte Auswirkungen haben.”
Direkte versus indirekte Effekte
Schwartz hebt eine wesentliche Unterscheidung hervor:
- Direkter Effekt: Jede Transaktion auf dem XRP Ledger führt zu einer minimalen Verbrennung von XRP als Gebühr. Dieser Effekt ist real, jedoch so gering, dass er keinen messbaren Einfluss auf den Preis hat.
- Indirekter Effekt: Wenn die Transaktionen von RLUSD zunehmen, mehr RWAs auf dem XRPL tokenisiert werden und Unternehmen XRP als Brücken-Asset nutzen, steigt die Nachfrage nach XRP-Liquidität. Diese Faktoren treiben den Preis, nicht der Burn.
Ein interessanter Fakt: Ripple Payments hat über 100 Milliarden Dollar verarbeitet. Jede dieser Transaktionen erfordert XRP-Liquidität, was die indirekten Effekte verdeutlicht, auf die Schwartz hinweist.
Warum mechanische Burns nicht funktionieren
Die Theorie hinter Token-Burns basiert auf einer simplen Angebot-Nachfrage-Logik: Ein reduziertes Angebot sollte bei gleichbleibender Nachfrage zu höheren Preisen führen. In der Realität funktioniert dies jedoch selten.
Der Grund dafür ist, dass der Preis eines Vermögenswerts nicht nur vom Angebot abhängt, sondern auch von der tatsächlichen Nachfrage. Wenn niemand bereit ist, ein Token zu kaufen, hilft auch kein Burn. Der Fall von Stellar zeigt dies deutlich: Trotz der Halbierung des Angebots blieb die Nachfrage nach XLM unverändert.
Die entscheidende Lektion
Schwartz’ Argumente verdeutlichen ein grundlegendes Missverständnis in der Krypto-Community: Die Annahme, dass einfache mechanische Eingriffe wie Burns automatisch zu Preissteigerungen führen.
Was tatsächlich die Preise beeinflusst, sind Adoption, Nutzen und echte Nachfrage. Faktoren wie RLUSD mit einer Marktkapitalisierung von 1 Milliarde Dollar, Partnerschaften mit Mastercard, über 60 Märkten und institutionellen Kunden wie Corpay und AMINA Bank sind die indirekten Effekte, die langfristig von Bedeutung sind.
Der Burn selbst? Er ist lediglich ein Nebenprodukt und kein Preistreiber.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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