Der Krypto-Analyst ZachXBT hat eine umfassende Untersuchung zu Insiderhandel veröffentlicht, die sich auf die Axiom Exchange konzentriert. Diese dezentrale Handelsplattform ermöglicht es Nutzern, Kryptowährungen direkt aus ihren eigenen Wallets zu handeln, ohne die Kontrolle über ihre digitalen Vermögenswerte zu verlieren.
In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag, der viral ging, wurden über 2 Millionen USD an Wetten auf Polymarket platziert, wobei Nutzer spekulierten, welches Unternehmen ZachXBT entlarven würde. Axiom hatte dabei eine Wahrscheinlichkeit von 13 Prozent, was denjenigen, die darauf gesetzt hatten, erhebliche Gewinne einbrachte.
Interner Zugriff auf Nutzerdaten durch Axiom-Mitarbeiter
Im Zentrum von ZachXBTs Untersuchung steht Broox Bauer, ein Mitarbeiter im Bereich Geschäftsentwicklung bei Axiom. Ihm wird vorgeworfen, interne Werkzeuge verwendet zu haben, um auf vertrauliche Nutzerdaten zuzugreifen. Dies ermöglichte ihm, private Wallets zu überwachen und diese Informationen für Insiderhandel zu nutzen.
Die Untersuchung ergab, dass:
- Broox auf das interne Dashboard von Axiom zugriff, um Wallets zu identifizieren, die mit Nutzern verbunden sind.
- Er anscheinend Wallets durch Empfehlungscodes, UID oder Wallet-Verknüpfungen erkennen konnte.
- Diese Informationen angeblich in einer privaten Gruppe geteilt wurden, um profitable Handelsmöglichkeiten zu identifizieren.
Die Gruppe sammelte Wallet-Listen in Google Sheets, um Handelsaktivitäten zu beobachten und möglicherweise zu bevorzugen. Dies ist besonders relevant, da die Identifizierung privater Wallets im Memecoin-Handel von großem Wert ist. Wer frühzeitig investiert, erzielt häufig die höchsten Gewinne.
Besorgniserregender Zugriff auf sensible Nutzerdaten
Besonders alarmierend ist der Umfang des Zugriffs, den interne Mitarbeiter anscheinend hatten. ZachXBT berichtet, dass das interne Dashboard unter anderem folgende Informationen offenbarte:
- Vollständige Wallet-Listen, die einzelnen Nutzern zugeordnet sind
- Transaktionshistorie
- Wallet-Namen
- Verknüpfte Konten
- Aktivitäten zur Wallet-Überwachung
- Zeitlich erfasste Aktivitätsdaten
Mit einem solchen Zugriff könnte ein Insider erfolgreiche Trader in Echtzeit beobachten und ihnen zuvorkommen. In der traditionellen Finanzwelt würde der Einsatz nicht-öffentlicher Handelsdaten eindeutig als Insiderhandel gelten.
Die Untersuchung enthält laut ZachXBT verschiedene Beweise, darunter private Telefonaufnahmen. In diesen Aufnahmen erklärte Broox angeblich, wie Nutzer diskret recherchiert werden können. Er erwähnte zudem, dass anfangs 10 bis 20 Wallets verfolgt wurden, um keinen Verdacht zu erregen. Außerdem sprach er darüber, wie andere mit internem Zugang schnell profitieren könnten.
Ermittlungen und strukturelle Risiken bei Krypto-Handelsplattformen
Diese Aufnahmen stehen im Mittelpunkt der laufenden Untersuchung. Es wird vermutet, dass auch andere Moderatoren und Mitarbeiter von Axiom in diese Praktiken verwickelt sein könnten. Wichtig zu beachten ist, dass ZachXBT unabhängig beauftragt wurde, diese Vorwürfe zu überprüfen. Axiom hat erklärt, von den Vorfällen nichts gewusst zu haben und führt nun eigene Ermittlungen durch.
Dieser Fall verdeutlicht ein erhebliches strukturelles Risiko bei Krypto-Handelsplattformen. Zentrale interne Analysewerkzeuge und unzureichende Zugangskontrollen können Insiderhandel begünstigen. Selbst bei non-custodial Plattformen existieren zentrale interne Datenanalysen, die potenziell missbraucht werden können. Zudem könnte der Fall von Chinese erhält 46 Monate Haft für 36,9 Mio. USD Krypto-Geldwäsche ähnliche Bedenken aufwerfen. Auch die Situation rund um Jetzt: Pi Network setzt Auszahlungen nach 4,4 Millionen Pi-Coins Betrug aus zeigt, wie wichtig der Schutz von Nutzerdaten ist.











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