Amerikas Geldruck beginnt: Wie reagieren die Märkte?

Die US-Notenbank reagiert auf steigende Inflation und geopolitische Risiken mit erhöhter Liquidität. Arthur Hayes sieht Chancen für Risikoanlagen, während Banken durch neue Regelungen mehr Spielraum in ihren Bilanzen erhalten.

Amerikas Geldruck beginnt: Wie reagieren die Märkte?

Amerikas Geldpolitik im Wandel: Welche Auswirkungen sind zu erwarten?

Die US-Notenbank zeigt sich bei Zinssenkungen zurückhaltend, da die Ölpreise und geopolitische Spannungen die Inflation weiterhin hoch halten könnten. Dennoch könnten Liquiditätshilfen zunächst über das Bankensystem bereitgestellt werden.

Ein möglicher Rückgang der Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie eine Stabilisierung der Ölpreise könnten sich positiv auf Bitcoin, Gold, große Technologieunternehmen und Banken auswirken. Im Falle eines eskalierenden Konflikts bleibt jedoch mit hoher Volatilität zu rechnen.

Arthur Hayes äußert sich optimistisch über Risikoanlagen wie Kryptowährungen, da er der Ansicht ist, dass sich der globale Liquiditätszyklus in eine neue Phase bewegt. Dies könnte bedeuten, dass mehr freies Kapital in der US-Wirtschaft zur Verfügung steht, was Investitionen ankurbeln könnte.

„Ich habe begonnen, mehr zum Thema Liquidität zu recherchieren, und ich bin positiver in Bezug auf die Richtung des Gelddruckens. Die Frage ist, ob mehr US-Dollar geschaffen werden, und meine Meinung ist ja. Am 1.4. trat die erweiterte zusätzliche Verschuldungsquote (eSLR) für US-Geschäftsbanken in Kraft. Sie ermöglicht, mehr Verschuldung in den Bilanzen zu nutzen, indem die Kosten für bestimmte gehaltene Vermögenswerte gesenkt werden“, erklärte Arthur Hayes.

Die neue Realität des Gelddruckens

Das Konzept des Gelddruckens hat sich seit 2020 gewandelt. Es bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Fed sofort Programme wie während der Corona-Pandemie einführt. Vielmehr kann es sich auch um eine Erhöhung der Kreditvergabe, eine Entlastung der Bankbilanzen, vermehrte Käufe von Staatsanleihen oder neue Richtlinien zur Erhöhung der US-Dollar-Liquidität handeln.

Die jüngste Änderung der erweiterten zusätzlichen Verschuldungsquote (eSLR) ist daher von großer Bedeutung. Diese Regelung, die seit dem 1. April 2026 in Kraft ist, verändert die Verschuldungsstandards für die größten Banken in den USA.

Regulierungsbehörden haben betont, dass diese Maßnahme verhindern soll, dass Banken von risikoarmen Geschäften, wie dem Zwischenhandel am Treasury-Markt, abgeschreckt werden.

Ein möglicher Anstoß für den Geldfluss

Hayes hebt hervor, dass die Anpassung der eSLR „es den Banken ermöglicht, ihre Bilanzen stärker zu hebeln, indem die Kosten für bestimmte gehaltene Vermögenswerte gesenkt werden“. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass Banken Milliarden an neuen Krediten vergeben werden, da sie weiterhin auf Nachfrage, Sicherheiten und Risikobereitschaft angewiesen sind.

Dennoch erhalten große Banken durch diese Regelung mehr Spielraum, um US-Staatsanleihen zu halten und ihre Bilanzsummen zu erhöhen. In einem Umfeld mit hohen US-Schulden stellt dies eine signifikante Freisetzung von Liquidität dar.

Zusätzlich unterstützt dies die Annahme, dass Gelddrucken oft zuerst im Bankensystem sichtbar wird, bevor es sich in einer breiteren geldpolitischen Lockerung zeigt.

Die Fed in einer schwierigen Lage

Die US-Notenbank zeigt sich nicht uneingeschränkt optimistisch. Am 29. April hielt sie die Zinsen im Bereich von 3,50 bis 3,75 % und räumte ein, dass die Entwicklungen im Nahen Osten zusätzliche Unsicherheiten mit sich bringen. Die Abstimmung war bemerkenswert uneinig, da einige Mitglieder einer Lockerung der Geldpolitik widersprachen, da Inflationsrisiken bestehen bleiben.

Diese Situation stellt die Fed vor eine Herausforderung. Steigende Ölpreise sprechen gegen Zinssenkungen, während die Anforderungen des Treasury-Marktes und ein langsameres Wirtschaftswachstum für mehr Liquiditätsunterstützung plädieren.

Kevin Warsh und seine Bedeutung

Hayes äußert sich auch zu den Bedenken, dass Kevin Warsh die Fed-Bilanz drastisch reduzieren könnte. Er argumentiert, dass die Erleichterung durch die eSLR bereits in Kraft ist, während die Pläne von Warsh noch ungewiss sind und Zeit benötigen würden.

„Viele konzentrieren sich auf Kevin Warsh als möglichen neuen Fed-Vorsitzenden und befürchten, dass er die Fed-Bilanz verkleinern will, was negative Auswirkungen auf die Liquidität hätte. Doch betrachtet man die tatsächlichen Möglichkeiten zur Verkleinerung, wirken diese weniger drastisch und würden sehr lang dauern. Gleichzeitig können Geschäftsbanken durch die neuen eSLR-Regeln ihre Bilanzhebel bereits erhöhen. Das gilt bereits“, sagte Hayes.

Ausblick auf die Finanzmärkte

Wenn der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran anhält und der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sich allmählich normalisiert, wird die Liquidität zunehmend in den Fokus rücken. Dies könnte insbesondere für Aktien, Banken, große Technologieunternehmen und andere liquiditätssensible Bereiche von Vorteil sein.

Kryptowährungen könnten schneller auf diese Entwicklungen reagieren. Bitcoin zeigt diesen Trend am deutlichsten, da der Kurs direkt auf die Liquidität in US-Dollar und die Erwartungen einer Abwertung reagiert.

Bei Rohstoffen ist die Lage gemischt. Die Ölpreise könnten hoch bleiben, solange geopolitische Risiken bestehen. Gold dürfte in beiden Szenarien profitieren, da es sowohl als Schutz gegen Kriegsrisiken als auch gegen Inflationsängste fungiert.

Insgesamt könnte das sogenannte „Gelddrucken“ also beginnen, jedoch vorerst über das Bankensystem. Risikoanlagen könnten davon profitieren, vorausgesetzt, die geopolitischen Spannungen heizen die Inflation nicht weiter an.

Bildquelle: ai-generated-gemini

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