Stablecoins gewinnen zunehmend an Bedeutung und haben mittlerweile einen Marktwert von 320 Milliarden USD erreicht. Dennoch befinden sich echte Zahlungen in diesem Bereich noch in der Anfangsphase. Im vergangenen Jahr wurden zwar beeindruckende 33 Billionen USD über Stablecoins abgewickelt, jedoch wurde weniger als 1 % dieser Summe tatsächlich für Zahlungen verwendet. Visa arbeitet nun daran, diese Diskrepanz zu überwinden.
Das Unternehmen wurde für die beste Stablecoin-Infrastruktur in der Kategorie Tokenisierung & On-Chain-Finance bei den BeInCrypto Institutional 100 Awards 2026 nominiert.
Diese Nominierung verdeutlicht, dass Visa über Pilotprojekte hinausgegangen ist und eine umfassende Infrastruktur für Stablecoins geschaffen hat, die Abwicklung, Kartenausgabe, Auszahlungen, Analysen, Beratungen und Blockchain-Governance umfasst.
Visa spielt eine entscheidende Rolle im Stablecoin-Markt, der sich in einer neuen Dimension befindet. Trotz einer Marktkapitalisierung von 320 Milliarden USD ist die Aktivität bisher hauptsächlich von institutionellen Akteuren geprägt.
Eine Analyse von Visa zeigt, dass nur ein geringer Teil des angepassten Stablecoin-Volumens durch Transfers unter 250 USD generiert wird. Diese Erkenntnis ist ausschlaggebend für Visas Strategie. Das Unternehmen betrachtet Stablecoins nicht als Nischenprodukt im Krypto-Bereich, sondern als neue Zahlungsmethoden und Treasury-Infrastruktur.
„Wir stehen noch ganz am Anfang der Stablecoin-Einführung. Selbst bei 33 Billionen USD Volumen stehen nur etwa 1 % in Zusammenhang mit echten Zahlungsvorgängen. Aus der Sicht von Visa sind Stablecoins eine weitere Form von Geld. Unser Fokus liegt darauf, wie sie den Geldfluss verbessern können, insbesondere durch stablecoin-gebundene Karten, bei denen die Karte die Brücke zwischen digitalen Vermögenswerten und alltäglichen Ausgaben bildet”, sagte Andranik Mnatsakanyan, Leiter Stablecoin-Praxis EU bei Visa.
Die Transformation von On-Chain-Geld in ausgabefähige Währung
Anfang 2026 betrug Visas globale Stablecoin-Abwicklung eine auf das Jahr hochgerechnete Summe von etwa 4,6 Milliarden USD. Das Unternehmen unterstützt mittlerweile mehr als 130 stablecoin-basierte Kartenprogramme in über 50 Ländern.
Die grundlegende Entwicklung begann mit der Abwicklung von USDC und wurde anschließend auf ein breiteres Betriebsmodell ausgeweitet. US-Emittenten und Abwickler können ihre Verpflichtungen gegenüber Visa nun direkt auf der Blockchain erfüllen, unter anderem auf Solana, mit Unterstützung von Partnern wie Cross River Bank und Lead Bank.
Diese Integration ermöglicht es Stablecoins, tiefer in Visas bestehendes Netzwerk eingebunden zu werden. Anstatt außerhalb traditioneller Zahlungssysteme zu operieren, verbinden sie sich nun direkt mit den Systemen, die von Emittenten und Fintechs bereits genutzt werden.
Die Strategie von Visa im Bereich Stablecoin-Karten ist besonders bedeutend, da sie ein praktisches Problem adressiert. Obwohl Stablecoins sich schnell auf der Blockchain bewegen können, benötigen Nutzer nach wie vor eine Möglichkeit, diese im Alltag auszugeben.
„Die Karte wird zur Brücke. Hier wird Ihre Krypto, sobald Sie sie in die Wallet einfügen, zu einem echten Fonds, den Sie überall ausgeben können”, erklärte der Leiter der Stablecoin-Praxis EU bei Visa.
Partnerschaften und technologische Entwicklungen
Diese Überlegung ist auch der Grund für die Partnerschaft von Visa mit Bridge, einer von Stripe betriebenen Infrastrukturplattform für Stablecoins.
Bis März 2026 waren von Bridge unterstützte Visa-Karten in 18 Ländern verfügbar, und bis zum Jahresende soll diese Zahl auf über 100 ansteigen.
Visas Aktivitäten im Bereich Stablecoins gehen mittlerweile weit über Karten hinaus.
Ende 2025 startete das Unternehmen einen Pilotversuch, bei dem Firmen, die Visa Direct nutzen, Auszahlungen durchführen können, die Empfänger wahlweise in USDC erhalten.
Dieses Produkt eignet sich beispielsweise für Auszahlungen an Creator, Vergütungen an Freelancer sowie grenzüberschreitende Zahlungen, bei denen Schnelligkeit und Dollar-Stabilität von Bedeutung sind.
Gleichzeitig hat Visa Consulting & Analytics eine Stablecoin-Beratung ins Leben gerufen, um Banken, Fintechs und Händlern bei der Planung von Ausgabe, Verwahrung und Treasury-Strategien zu helfen. Dies zeigt, dass Visa Stablecoins als einen grundlegenden Wandel in der Infrastruktur betrachtet, nicht nur als ein Produktmerkmal.
Governance und zukünftige Entwicklungen
Visa hat zudem in die Governance-Ebene investiert. Im März 2026 wurde Visa zum Super Validator im Canton Network ernannt, einer Blockchain mit Datenschutzfunktionen, die von führenden Finanzinstituten genutzt wird. Visa erhielt das höchste Governance-Gewicht von 10, was dem Unternehmen tatsächlichen Einfluss auf Upgrades und die Ausrichtung des Netzwerks verleiht.
Mit der Visa Tokenized Asset Platform (VTAP) hat Visa auch eine Infrastruktur für von Banken ausgegebene Token entwickelt. Diese Plattform ermöglicht es Banken, eigene Stablecoins und tokenisierte Geldprodukte zu erstellen, zu verwalten und zu vernichten.
Aus diesen Gründen ist Visa in dieser Kategorie besonders hervorzuheben. Das Unternehmen deckt die gesamte Blockchain ab: Abwicklung, Karten, Auszahlungen, Beratungsdienste, Validator-Rollen, Analysen und Tools zur Token-Ausgabe.
Die BeInCrypto Institutional 100 Awards würdigen Unternehmen, die Systeme entwickeln, die die nächste Phase der Finanzwelt prägen könnten. Die Nominierung von Visa zeigt, dass das Unternehmen Stablecoins von einem Krypto-Asset zu einer nutzbaren Finanzinfrastruktur weiterentwickelt.
Bildquelle: ai-generated-gemini











Schreibe einen Kommentar