Bitcoin steigt über 72.000 USD: US-Inflation bleibt hinter Wall-Street-Erwartungen zurück

Der Bitcoin-Kurs überschreitet 72.000 USD, nachdem die US-Inflation mit 3,3% unter den Erwartungen bleibt. Analysten werten dies als Signal für mögliche Zinssenkungen und warnen vor Gewinnmitnahmen.

Bitcoin steigt über 72.000 USD: US-Inflation bleibt hinter Wall-Street-Erwartungen zurück

Der Bitcoin-Kurs hat die Marke von 72.300 USD überschritten, nachdem die neuesten Daten zum US-Verbraucherpreisindex (CPI) veröffentlicht wurden. Im März stieg der CPI im Jahresvergleich um 3,3 %, was unter der von Analysten prognostizierten Rate von 3,4 % liegt.

Die Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, betrug 2,6 % und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Ende 2025. Diese unerwartet schwachen Werte haben die Märkte für risikobehaftete Anlagen beeinflusst.

Einfluss des Inflationsberichts auf die Märkte

Der Inflationsbericht für März ist besonders bedeutsam, da er die Auswirkungen des Ölpreisschocks im Zusammenhang mit dem Konflikt im Iran umfassend darstellt. Im März stieg der Rohölpreis kurzfristig auf über 115 USD pro Barrel, was dazu führte, dass der Benzinpreis in den USA erstmals seit August 2022 über 4 USD pro Gallone kletterte.

Große Finanzinstitute wie Bank of America, JPMorgan und Wells Fargo hatten für den CPI einen monatlichen Anstieg zwischen 0,87 % und 0,99 % prognostiziert. Die durchschnittliche Schätzung einer Umfrage von Nick Timiraos lag bei 0,90 % monatlich und 3,3 % jährlich.

Kerninflation zeigt andere Trends

Der Kern-CPI, der mit 0,26 % im Vergleich zum Vormonat unter den meisten Schätzungen der Banken lag, deutet darauf hin, dass der Energieschock bislang nicht auf die allgemeinen Verbraucherpreise übergegriffen hat. Trotz des größten Anstiegs der Energiepreise seit 2005 fielen die Kern-CPI-Werte kühler aus als erwartet.

Nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten sprang der Bitcoin-Kurs von etwa 71.900 USD auf 72.320 USD. Die schwächeren Kernwerte haben Spekulationen über mögliche Zinssenkungen der US-Notenbank im Jahr 2026 angeheizt.

Vorsicht bei Kursbewegungen

Investoren sollten jedoch vorsichtig sein, da der sogenannte „Sell-the-News-Effekt“ dazu führen könnte, dass der Kurs durch Gewinnmitnahmen wieder sinkt. Das CME FedWatch Tool zeigt eine Wahrscheinlichkeit von 98,4 %, dass die US-Notenbank die Zinsen bei der Sitzung am 29. April unverändert zwischen 3,50 % und 3,75 % belässt. Nur 1,6 % der Trader rechnen mit einer Erhöhung.

Die Marktteilnehmer setzen zunehmend auf eine Zinssenkung der Fed im Jahr 2026. Die Fed selbst hat auf ihrer Sitzung im März die Inflationsprognose für 2026 auf 2,7 % angehoben. Aktuell erwarten sieben von 19 Entscheidungsträgern keine Zinssenkungen in diesem Jahr.

Langfristige Perspektiven für Bitcoin

Diese restriktive Haltung der Fed verleiht den heutigen niedrigeren Kernwerten Gewicht, da sie die Annahme einer erneuten Inflationserhöhung in Frage stellen. Bei den aktuellen Daten stellt sich weniger die Frage, ob die Inflation bei 3,3 % oder 3,4 % liegt, sondern ob der Preisdruck über den Energiesektor hinausgeht oder ob es sich lediglich um einen temporären Anstieg aufgrund der Ölpreise handelt.

Wenn der Kern-CPI weiterhin unter 2,7 % bleibt, könnte dies darauf hindeuten, dass der durch den Iran-Konflikt ausgelöste Energieschock isoliert bleibt. Diese Unterscheidung wird entscheidend dafür sein, ob der Bitcoin-Kurs erneut die 75.000 USD-Marke testet oder in den kommenden Wochen in Richtung der Unterstützung bei 67.000 USD zurückfällt.

Bildquelle: ai-generated-gemini

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