Bitcoin unter Druck: CEO von Bitget warnt vor potenziellen Rückschlägen und Liquiditätsrisiken

Der Bitget-CEO warnt vor einem potenziellen Rückgang des Bitcoin-Kurses um 8%, während die Marktstruktur ein bärisches Kopf-Schulter-Muster zeigt. Trotz kurzfristiger Erholung bleibt das Risiko eines weiteren Verkaufsdrucks aufgrund steigender Short-Positionen und makroökonomischer Unsicherheiten…

Bitcoin unter Druck: CEO von Bitget warnt vor potenziellen Rückschlägen und Liquiditätsrisiken

Bitcoin zeigt Anzeichen einer Erholung, jedoch bleibt die Marktsituation angespannt. Am 17. März erreichte der Bitcoin-Kurs ein lokales Hoch von nahezu 76.000 USD, bevor er am 19. März auf etwa 68.690 USD fiel. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung konnte sich der Kurs um fast 3 % erholen und notierte wieder über 70.700 USD.

Diese kurzfristige Stärke könnte jedoch auch den Weg für einen weiteren Rückgang ebnen. Betrachtet man sowohl die technische Struktur als auch die makroökonomischen Rahmenbedingungen, wird das Risiko eines Rückschlags deutlicher.

Technische Analyse: Kopf-Schulter-Muster deutet auf Abwärtsrisiko hin

Aktuell bildet Bitcoin im 8-Stunden-Chart ein Kopf-Schulter-Muster, das häufig als Signal für fallende Kurse interpretiert wird. Der „Kopf“ wurde bei etwa 76.000 USD gebildet, während die „linke Schulter“ Anfang März entstand. Die gegenwärtige Erholung könnte die „rechte Schulter“ darstellen.

Der Kurs stößt in eine Widerstandszone zwischen 70.800 und 72.800 USD vor, wobei auch Ausweitungen bis 73.500 USD möglich sind. Ein Rückgang in diesem Bereich könnte die rechte Schulter vervollständigen.

Ein bullisches Signal wäre erst gegeben, wenn Bitcoin die Marke von 76.000 USD nachhaltig zurückerobert. Auf der Unterseite liegt die Nackenlinie bei 68.600 USD; ein Bruch unter dieses Niveau könnte einen weiteren Rückgang auslösen. Zusammenfassend lässt sich sagen: Je stärker die laufende Erholung, ohne dass die 76.000 USD überschritten werden, desto vollständiger wird das bärische Setup.

Marktdynamik: BTC-DXY-Modell erklärt die aktuelle Situation

Trotz des bärischen Chartbilds zeigt Bitcoin eine gewisse Stabilität. Das BTC–DXY-Zyklusmodell von BeInCrypto bietet eine Erklärung dafür. Im 8-Stunden-Zeitrahmen ist die Korrelation zwischen Bitcoin und dem US-Dollar leicht unter null gesunken. Eine schwach negative Korrelation hat in der Vergangenheit oft zu Kursanstiegen geführt. Ein ähnliches Muster wurde Ende Februar beobachtet, als Bitcoin nach einer negativen Korrelation um fast 17 % anstieg.

Allerdings ist der gegenwärtige Zyklus schwächer, da die Korrelation nahe null bleibt. Dies deutet darauf hin, dass Bitcoin nicht vollständig auf die Stärke des US-Dollars reagiert, sondern sich eher durch interne Dynamiken bewegt.

„Märkte reagieren nicht mehr nur auf politische Entscheidungen. Steigende Energiekosten, verzögerte Zinssenkungserwartungen und ein stärkerer Dollar führen zu einem selektiveren Investitionsumfeld, in dem breite Risikobereitschaft schwieriger aufrechtzuerhalten ist“, sagte Gracy Chen, CEO von Bitget.

In einem solchen Umfeld kann Bitcoin bei leicht negativer Korrelation weiterhin steigen. Dennoch ist der Kursanstieg weniger stabil und stärker vom kurzfristigen Momentum abhängig. Sollte die Korrelation wieder über null steigen, wie zu Beginn des Monats, könnte dies die Wahrscheinlichkeit einer raschen Korrektur erhöhen.

Positionierung und Gewinnsituation: Verkaufsdruck könnte zurückkehren

Die Derivatemärkte zeigen bereits eine stärkere Neigung zu fallenden Kursen. Bei den Perpetuals von Bitcoin auf Binance liegt der gehebelte Short-Bestand bei etwa 1,93 Milliarden USD, während die Long-Positionen bei rund 711 Millionen USD liegen. Dies bedeutet, dass Short-Positionen etwa 2,7-mal so groß sind wie Long-Positionen.

Dieses Ungleichgewicht deutet darauf hin, dass Trader mit weiteren Kursverlusten rechnen. Gleichzeitig zeigen On-Chain-Daten, dass das Gewinnniveau weiterhin hoch ist. Der Net Unrealized Profit/Loss (NUPL) von Bitcoin sank von etwa 0,27 am 16. März auf 0,22, bleibt jedoch deutlich über dem Tief von etwa 0,14 im Februar. Ein großer Teil des Marktes bleibt also im Gewinn, was entscheidend ist, da hohe Gewinne häufig zu Verkäufen führen, sobald die Überzeugung nachlässt.

Diese Situation spiegelt die allgemeine Liquiditätslage nach der Entscheidung der Federal Reserve wider, die Zinsen angesichts der Inflationssorgen unverändert zu lassen. Chen ergänzte:

„Bitcoins kurzfristiger Druck nach der Ankündigung spiegelt die angespannten Liquiditätsbedingungen wider, während die institutionelle Positionierung sehr sensibel auf jede Veränderung von Inflationsdaten oder geopolitischer Stabilität reagiert. Sollten die Belastungen im Energiesektor nachlassen oder die makroökonomischen Daten schwächer ausfallen, könnte Kapital schnell zurück in knappe Vermögenswerte und stärkere Krypto-Exposures fließen.“

Ausblick: Liquidität und Kaufdruck unter Druck

Die aktuelle Struktur zeigt, dass Bitcoin zwar steigt, jedoch nicht stark genug, um wichtige Widerstandsbereiche zu überwinden. Der Bitcoin-Kurs befindet sich an einem kritischen Punkt. Kurzfristig könnte die Erholung bis auf 72.000–73.500 USD reichen, gestützt durch eine schwache negative Korrelation und die kurzfristige Positionierung.

Allerdings bleibt die größere Struktur unterhalb von 76.000 USD bärisch. Ein Rückgang unter 67.800 USD würde das Kopf-Schulter-Muster bestätigen und den Weg in Richtung 61.800 USD öffnen, was einen Rückgang um etwa 8 % bedeuten würde, gemäß der Projektion vom Kopf zur Nackenlinie.

In diesem Umfeld ist die Erholung zwar real, findet jedoch unter angespannten Liquiditätsbedingungen statt. Ohne stärkere Zuflüsse und bei weiterhin hohem NUPL ist es wahrscheinlicher, dass die Erholung ein bärisches Muster vervollständigt, anstatt eine nachhaltige Erholung einzuleiten.

Bildquelle: ai-generated-gemini

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