Coinbase unter Beschuss: KI prognostiziert WM-Ergebnis vor Anpfiff

Coinbase sieht sich scharfer Kritik ausgesetzt, nachdem eine KI fälschlicherweise ein Ergebnis eines noch nicht stattgefundenen WM-Spiels verkündete. CEO Brian Armstrong untersucht den Vorfall, der das Vertrauen in die Prognosemärkte des Unternehmens infrage stellt.

Coinbase in der Kritik: KI erfindet Weltmeisterschafts-Ergebnis vor Spielbeginn

Coinbase sieht sich Kritik ausgesetzt: KI generiert falsches WM-Ergebnis vor Spielbeginn

Die Reaktion von CEO Brian Armstrong kam schnell: „Ich schaue es mir mit dem Team an – danke für den Hinweis“, äußerte er sich zu einem Vorfall, der Coinbase am Wochenende in die Schlagzeilen brachte. Eine KI-generierte Benachrichtigung auf den Prognosemärkten des Unternehmens meldete fälschlicherweise ein Ergebnis eines WM-Spiels, das noch nicht stattgefunden hatte.

In der irreführenden Mitteilung wurde behauptet, Norwegen habe Brasilien mit 3:2 besiegt, wobei Stürmer Erling Haaland zwei Tore erzielt haben soll. Diese Eilmeldung sorgte in den sozialen Medien für Aufregung, da viele Nutzer die Gefährlichkeit und Unverantwortlichkeit solcher falschen Informationen anprangerten.

Kritik an Coinbase wegen erfundener Spielresultate

Die Nutzer werfen Coinbase vor, für ein noch nicht begonnenes Spiel ein Ergebnis zu erfinden und damit faktisch falsche Informationen an Millionen von Kunden zu verbreiten. Das K.o.-Spiel war für Sonntag im MetLife Stadium in New Jersey angesetzt, und zum Zeitpunkt der Benachrichtigung war das Spiel auf der Plattform von Coinbase unter einer Wettersperre gelistet, was bedeutete, dass es kein Ergebnis geben konnte.

Armstrong reagierte innerhalb weniger Stunden auf die Berichte und bestätigte den Vorfall öffentlich. Der CEO hatte Prognosemärkte als verlässliche Instrumente zur Wahrheitsfindung beworben, was durch diesen Fehler in Frage gestellt wird.

Der Vorfall und seine Auswirkungen auf Coinbases Glaubwürdigkeit

Das Timing des Vorfalls ist ungünstig, da Armstrong Prognosemärkte als die „ultimative Form der Wahrheitsfindung“ bezeichnet hatte. Er argumentierte, dass finanzielle Einsätze zu zuverlässigeren Informationen führen würden als traditionelle Medien. „Wenn Investitionen im Spiel sind, sind die Ergebnisse deutlich zuverlässiger“, erklärte er im Januar.

Diese Sichtweise war bereits zuvor umstritten. Im Jahr 2025 hatte Armstrong während eines Earnings-Calls Begriffe erwähnt, auf die Trader am Prognosemarkt gewettet hatten, was den Markt beeinflusste. „Und ich möchte hier noch die Wörter Bitcoin, Ethereum, Blockchain, Staking und Web3 hinzufügen, damit wir sie vor Ende des Calls noch erwähnen“, sagte er und nannte diese Begriffe ohne erkennbaren Zusammenhang.

Coinbases KI-Strategie und die Herausforderungen

Der Vorfall ereignet sich in einer Zeit, in der Coinbase verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzt. Armstrong hatte 2025 Ingenieure entlassen, die sich weigerten, neue KI-Codeassistenten zu nutzen. Im September berichtete er, dass bereits rund 40 % des täglichen Codes KI-generiert seien, mit dem Ziel, diesen Anteil auf über 50 % zu steigern. Das Unternehmen hat zudem seine KI-Kosten gesenkt und automatisierte Funktionen integriert.

Coinbase hat Prognosemärkte in den USA als Teil der Everything Exchange eingeführt, wobei die ersten Handelsaktivitäten durch Kalshi unterstützt wurden, einem Partner im Wettbewerb um Prognosemärkte. Armstrong erklärte: „Offenbar gab es einen Fehler beim Targeting für diese Push-Nachrichten – wird gerade behoben… Die Alternative wäre, dass wir stark eingreifen und bestimmen, was Kunden handeln sollten oder nicht. Ich glaube nicht, dass das jemand will – das wäre zu bevormundend und gegen einen freien Markt.“

Fragen zur Sicherheit von KI in Finanzprodukten

Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von KI in Finanzprodukten auf, die von Millionen von Nutzern verwendet werden. Es wird erwartet, dass das Unternehmen automatische Spiel-Benachrichtigungen vorübergehend deaktiviert, bis die Ergebnisse überprüft werden können. Frühere Korrekturen deuten darauf hin, dass ein Update und eine Entschuldigung folgen könnten. Wiederholte Vorfälle lassen jedoch auf tiefere Probleme im Produktdesign schließen.

Bislang hat Coinbase auf Anfragen zu diesem Vorfall nicht reagiert.


Quellen: de.beincrypto

Bildquelle: KI generiert

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