Der Iran-Krieg zeigt Bitcoins zweiten Anwendungsfall: Warum Kursziele angepasst werden müssen

Der Iran-Krieg verändert die Wahrnehmung von Bitcoin als Währung und Wertaufbewahrung. Die Kursentwicklung deutet auf ein wachsendes Marktpotenzial hin, das die aktuellen Kursziele möglicherweise nicht ausreichend berücksichtigen.

Der Iran-Krieg zeigt Bitcoins zweiten Anwendungsfall: Warum Kursziele angepasst werden müssen

Bitcoin (BTC) verzeichnet seit dem 28. Februar einen Anstieg von zwölf Prozent, während Gold um 8,69 Prozent gefallen ist und der S&P 500 lediglich um 1,29 Prozent zulegte.

Der Iran hat BTC-Zahlungen für Durchfahrten durch die Straße von Hormus eingeführt, was Bitcoins Rolle als Währung bestätigt.

Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise, äußerte, dass die Bitcoin-Rallye seit Beginn des Iran-Konflikts kein Zufall sei. Sie reflektiere eine strukturelle Neubewertung von BTC als digitales Gold und als Währung.

Hougan argumentiert, dass Bitcoin als „zwei Investitionen in einer“ betrachtet werden kann. In den letzten fünf Jahren wurde Bitcoin hauptsächlich als Wertspeicher wahrgenommen. Die Entscheidung Irans, Krypto-Gebühren an einer der bedeutendsten Schifffahrtsrouten zu erheben, verdeutlicht jedoch, dass ein zweiter, weitreichenderer Anwendungsfall möglich ist.

Bitcoin als mehr als nur digitales Gold

In einem aktuellen Beitrag hob Hougan die Widerstandsfähigkeit von BTC während des Konflikts hervor. Seit dem 28. Februar, als die Luftangriffe der USA und Israels gegen den Iran begannen, ist Bitcoin um 12,25 Prozent gestiegen.

Die Kryptowährung hat Gold (minus 8,69 Prozent) und den S&P 500 (plus 1,29 Prozent) deutlich übertroffen. Dies zeigt, dass Bitcoin entgegen der Erwartungen, es könnte sich in Zeiten geopolitischer Spannungen als riskantes Asset erweisen, eine bemerkenswerte Dynamik entwickelt hat.

„Einige haben argumentiert, dass Geopolitik für Bitcoin keine Rolle spielt, andere betonen, dass Kriege oft zu Geldschöpfung führen, was langfristig den Bitcoin-Kurs antreibt. Beide Argumente sind falsch. Die Stärke von Bitcoin während dieser Krise kommt direkt aus dem Konflikt selbst”, sagte Hougan.

Hougan erläuterte, dass jeder Bitcoin-Käufer zwei Investitionen gleichzeitig tätigt. Die erste ist die bekannte digitale-Gold-These.

„Sie investieren darauf, dass Bitcoin digitales Gold wird und mit physischem Gold auf dem 38-Billionen-USD-Markt um die Rolle als Wertspeicher konkurriert. Das ist der bisherige Anwendungsfall von Bitcoin, und ich halte ihn für sehr attraktiv. Wie ich hier bereits erklärt habe, kann Bitcoin auf 1 Million USD steigen, wenn er in den nächsten 10 Jahren nur 17 Prozent dieses Marktes erreicht”, ergänzte er.

Die zweite Investition: Bitcoin als Währung

Die zweite Investition ist besonders bemerkenswert, da sie darauf abzielt, dass Bitcoin „wie eine traditionelle Währung“ verwendet werden könnte.

„Ich habe diese zweite Investition immer als spekulative Option auf ein unwahrscheinliches zukünftiges Szenario gesehen”, erklärte Hougan.

Bis vor Kurzem schien dieser Gedanke noch weit entfernt. Hougan verwies jedoch auf die Entscheidung von USA, Europäischer Kommission, Frankreich, Deutschland, Italien, Großbritannien und Kanada aus dem Jahr 2022, ausgewählte russische Banken vom SWIFT-System auszuschließen.

In der Folge entwickelten Staaten wie China eigene alternative Finanzsysteme, während Russland nahezu alle Transaktionen auf diese Netzwerke umstellte.

„Ich habe damals überlegt, dass die Instrumentalisierung von SWIFT künftig Raum für Bitcoin schaffen könnte: Wenn Staaten zögerlicher werden, mit USD zu handeln, könnten sie irgendwann eine unpolitische Alternative bevorzugen. Und tatsächlich sahen wir im Iran-Konflikt eines der ersten Beispiele dafür – auch wenn es unbequem ist”, erläuterte Hougan.

Irans Bitcoin-Gebühr und die Währungs-These

Berichten zufolge plant Iran, eine Maut von 1 USD pro Fass für Schiffe, die die Straße von Hormus passieren, in Bitcoin zu erheben. Diese Entscheidung wirft Fragen zur Einhaltung von Sanktionen auf. Dennoch meint Hougan:

„Gleichzeitig zeigt es eine Realität, die über den aktuellen Konflikt hinausgeht: In einer Welt, in der Länder ihre Finanzsysteme instrumentalisieren, wird Bitcoin zur unpolitischen Alternative.”

Hougan veranschaulichte das Potenzial von BTC als Währung anhand der Optionspreistheorie. Eine spekulative Kaufoption gewinnt an Wert, wenn die Wahrscheinlichkeit, den Ausübungspreis zu erreichen, steigt oder wenn die Volatilität im Markt zunimmt.

Der Iran-Konflikt hat beides bewirkt. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin als Währung funktioniert, ist durch das Gebühren-System von Iran gestiegen. Zudem hat die Volatilität der globalen Geldordnung zugenommen.

Folgen für die Bitcoin-Kursziele

Hougan betonte, dass dieser Blickwinkel zwei zentrale Auswirkungen auf die Entwicklung von Bitcoin hat. Einerseits kann das Asset in Zeiten geopolitischer Spannungen besonders profitieren, insbesondere in Regionen, die zwischen dem Einfluss der USA und Chinas liegen. Zudem reicht der Zielmarkt von Bitcoin weit über das 38-Billionen-USD-Goldmarktvolumen hinaus.

„Wir haben in den vergangenen fünf Jahren fast nur über Bitcoin als ‘Wertspeicher’ gesprochen. Falls Bitcoin nun zusätzlich die Rolle als Wertspeicher (wie Gold) und als tatsächliche Währung (wie der USD) übernimmt, sollten wir unsere Kursziele neu überdenken”, sagte Hougan.

Die fünfjährige Narrative des Wertspeichers Bitcoin hat sich bewährt. Was als Nächstes folgt, könnte jedoch bei Weitem übertreffen.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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