Energiekrise droht: Spanien und NATO warnen vor Eskalation im Persischen Golf

Spanien warnt vor einem globalen Wendepunkt und einer möglichen Energiekrise, während NATO-Staaten an einem Plan zur Sicherung der Straße von Hormus arbeiten. Gleichzeitig droht Iran mit Angriffen auf Käufer von US-Staatsanleihen und verstärkt seine militärischen Aktivitäten.

Energiekrise droht: Spanien und NATO warnen vor Eskalation im Persischen Golf

Der spanische Regierungschef Pedro Sanchez hat eindringlich darauf hingewiesen, dass die Welt an einem „globalen Wendepunkt“ steht. Er forderte die unverzügliche Öffnung der Straße von Hormus sowie den Schutz aller Energieinfrastrukturen im Nahen Osten, während der Konflikt zwischen den USA und Iran in die vierte Woche geht.

Diese Warnung erfolgte kurz nachdem NATO-Generalsekretär Mark Rutte bekanntgab, dass eine Koalition aus 22 Ländern einen Plan zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus koordiniert. Zudem äußerte Irans Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf, dass Käufer von US-Staatsanleihen als militärische Ziele betrachtet werden könnten.

Spanien an vorderster Front gegen Bedrohungen der Energieversorgung

Sanchez äußerte auf der Plattform X (ehemals Twitter), dass eine weitere Eskalation „eine langfristige Energiekrise für die gesamte Menschheit“ auslösen könnte. Er fügte hinzu: „Die Welt sollte nicht die Folgen dieses Krieges tragen.“ Um den Energieschock für Haushalte und Unternehmen abzufedern, hat Spanien bereits ein Notpaket in Höhe von 5 Milliarden EUR vorgestellt.

Diese Erklärung ist Teil einer umfassenderen Initiative der Europäischen Union. Laut Berichten forderten europäische Spitzenpolitiker beim Gipfel in Brüssel am 19. März die Wiedereröffnung der Straße von Hormus sowie einen sofortigen Stopp aller Angriffe auf Wasser- und Energieanlagen.

Allerdings hat Spanien abgelehnt, an militärischen Operationen zur Öffnung der Meerenge teilzunehmen. Deutschland, Italien und weitere EU-Staaten teilen diese Haltung. Großbritannien bleibt der wichtigste europäische Partner im von den USA geführten Bündnis.

NATO-Koalition plant Maßnahmen zur Sicherung der Straße von Hormus

Rutte erklärte am Sonntag gegenüber CBS, dass sich 22 Staaten, darunter Japan, Südkorea, die VAE und Bahrain, einem von Großbritannien geführten Plan zur Absicherung der Straße von Hormus angeschlossen haben. Das Bündnis arbeitet an drei zentralen Fragen: Was wird benötigt, wann wird es benötigt und wo.

Ein Bericht von Axios deutet darauf hin, dass die gemeinsame Erklärung bislang keine festen Zusagen für den Einsatz von Kriegsschiffen enthält. Frankreich war zunächst gegen den Plan, bis der britische Premierminister Keir Starmer und Rutte Präsident Macron überzeugen konnten, seine Bedenken aufzugeben.

Ein Sprecher des israelischen Militärs bestätigte zudem, dass die militärischen Operationen gegen Iran und die Hisbollah voraussichtlich mehrere Wochen andauern werden. Dies schließt die Möglichkeit eines schnellen Kriegsverlaufs aus, die von den Energie- und Zinsmärkten teilweise bereits berücksichtigt wurde.

Iran verstärkt Drohungen gegen US-Finanzsystem

Ghalibaf warnte auf der Plattform X, dass US-Staatsanleihen „im Blut der Iraner getränkt“ seien, und erklärte, dass Finanzinstitute, die das US-Militärbudget unterstützen, als legitime Ziele betrachtet würden. Diese Drohung fiel, nachdem Iran am Samstag die israelischen Städte Dimona und Arad in der Nähe des Nuklearforschungszentrums Negev angegriffen hatte.

Diese Entwicklungen bringen neue Unsicherheiten für den Anleihemarkt mit sich. Die Renditen für zehnjährige US-Anleihen stiegen in der vergangenen Woche auf 4,38 %, den höchsten Stand seit Juli 2025, da globale Anleihen und Aktien verkauft wurden und nicht mehr als sicherer Hafen gelten.

In der Zwischenzeit hat das US-Finanzministerium die Sanktionen auf etwa 140 Millionen Barrel iranischen Rohöls aufgehoben, die auf See blockiert waren. Laut Global Markets Investor wurden diese Barrel jedoch bereits über sogenannte „Dark Fleet“-Kanäle nach China geliefert, sodass die Ausnahmeregelung kein neues Angebot schafft, sondern Iran zusätzliche Käufer und höhere Erlöse pro Barrel sichert.

Die iranische Ölproduktion erreichte im Jahr 2024 5,1 Millionen Barrel pro Tag, den höchsten Wert seit 1978. Der Krieg stört nun die mögliche Höchstproduktion in einem Markt, in dem der Brent-Preis bereits über 112 USD pro Barrel liegt.

Spanien bezeichnet daher die aktuelle Situation als Wendepunkt. Während die NATO plant, aber noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen hat, verschärft Iran seine Rhetorik gegen das US-Finanzsystem, während Israel kein baldiges Ende des Konflikts in Aussicht stellt. Dies führt zu einer wachsenden Kluft zwischen diplomatischen Warnungen und der militärischen Realität.

Für die Energie-, Anleihe- und Kryptomärkte wird entscheidend sein, ob das 22-Länder-Bündnis über die Planung hinausgeht oder ob die Straße von Hormus bis April geschlossen bleibt.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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