Prognosemärkte deuten auf eine anhaltende Konfliktdauer im Iran-Konflikt hin.
Auf Polymarket wird die Wahrscheinlichkeit einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran bis zum 31. März lediglich auf 7 % geschätzt. Für den 30. April liegt diese Wahrscheinlichkeit bei 35 %, was einen Rückgang um 41 Prozentpunkte im Vergleich zum Höchststand bedeutet. Auch für den 30. Juni wird nur eine Wahrscheinlichkeit von 53 % prognostiziert. Seit Beginn des Konflikts am 28. Februar wurden auf Polymarket insgesamt 21,3 Millionen USD gehandelt.
Die Superforecasters von Good Judgment, einem Expertennetzwerk mit Verbindungen zur US-Geheimdienstforschung, bestätigen diesen Trend. Ihre aktuelle Einschätzung sieht eine 43%-Chance, dass vor dem 15. Mai keine Waffenruhe erreicht wird. Dieser Wert ist innerhalb einer Woche um 10 Prozentpunkte gestiegen. Für den Zeitraum vom 17. April bis zum 14. Mai wird eine Wahrscheinlichkeit von 30 % prognostiziert, was einen Anstieg um 7 Punkte darstellt. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit für einen Waffenstillstand vor dem 26. März auf nur 2 % gesunken.
Einheitliche Signale aus verschiedenen Prognosesystemen
Die Übereinstimmung der beiden methodisch unterschiedlichen Vorhersagesysteme verdeutlicht ein gemeinsames Signal. Die Prognose des Weißen Hauses, die von einem vier- bis sechs Wochen andauernden Konflikt ausgeht, findet im Markt keine Unterstützung.
„Niemand weiß es“, sagte Jerome Powell, der Vorsitzende der US-Notenbank, zur Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges.
Inflationsprognosen und Zinserwartungen
Die US-Notenbank hat den Leitzins am Mittwoch bei 3,50–3,75 % belassen und die Inflationsprognose für das Jahr 2026 von 2,4 % auf 2,7 % angehoben. Powell erklärte, dass die gestiegenen Ölpreise „auf jeden Fall“ in den aktualisierten Prognosen der Notenbank berücksichtigt wurden. Die Kernrate der PCE-Inflation liegt derzeit bei 3,0 %, wobei Zölle etwa die Hälfte bis drei Viertel eines Prozentpunkts ausmachen.
Powell betonte die Unsicherheit bezüglich der wirtschaftlichen Folgen des Konflikts. Einige Mitglieder des FOMC schlugen sogar vor, Prognosen während dieser Sitzung ganz zu vermeiden. Im Vergleich zur Stagflation der 1970er-Jahre sprach Powell von deutlich milderen Bedingungen. Dennoch räumte er ein, dass die Fed vor einem echten Dilemma steht: Inflationsrisiken sprechen für höhere Zinsen, während ein schwächerer Arbeitsmarkt Zinssenkungen nahelegt.
Marktanalyse: Reaktionen auf die Entwicklungen
Der Preis für Brent-Öl stieg am 18. März auf 108,78 USD pro Barrel, was etwa 38 USD mehr als im Vorjahr entspricht. Die IEA berichtete, dass Störungen im Nahen Osten das globale Ölangebot im März um 8 Millionen Barrel pro Tag reduziert haben.
Der Bitcoin-Kurs fiel um fast 4 % auf 71.017 USD und setzte damit das bekannte Muster von Kursverlusten nach Entscheidungen der FOMC fort. Der Nasdaq schloss am Tagestief und verzeichnete einen Rückgang von 1,5 %. Die zweijährigen US-Treasury-Renditen stiegen um sechs Basispunkte auf 3,73 %, während die Marktteilnehmer für das Jahr 2026 weniger als eine vollständige Zinssenkung einpreisten.
Die asiatischen Märkte reagierten am Donnerstagmorgen entsprechend. Der Nikkei 225 in Japan verlor 2,80 %, während der KOSPI in Südkorea um 2,95 % fiel. Beide Volkswirtschaften sind stark auf Energieimporte angewiesen und daher empfindlich gegenüber dauerhaft hohen Ölpreisen.
Ausblick auf die kommenden Entwicklungen
Die nächste FOMC-Sitzung steht in sechs Wochen an. Powell erklärte, dass das Gremium in diesem Zeitraum „viel dazulernen“ wird. Für die Kryptomärkte ist die Lage klar: Ein anhaltender Krieg führt zu hohen Ölpreisen, hartnäckiger Inflation und weniger Zinssenkungen, was für risikobehaftete Vermögenswerte wie Bitcoin negative Auswirkungen hat. Erste Anzeichen für eine Waffenruhe könnten diese Kette jedoch schnell umkehren.
Irans Außenminister Abbas Araghchi erklärte am 15. März gegenüber CBS, dass Teheran „niemals um eine Waffenruhe gebeten“ habe. Solange sich diese Haltung nicht ändert, deuten Prognosemärkte darauf hin, dass Investoren auf eine längere Konfliktphase vorbereitet sein sollten.
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Bildquelle: ai-generated-gemini











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