Galaxy senkt Chancen für den Clarity Act auf 60%
Alex Thorn, Forschungsleiter bei Galaxy Digital, hat die Wahrscheinlichkeit für die Verabschiedung des Clarity Act im Jahr 2026 von 75% auf 60% herabgestuft. Diese Anpassung begründet er mit einem immer enger werdenden Zeitrahmen im Senat, nicht jedoch mit einer mangelnden parteiübergreifenden Unterstützung für den Gesetzesentwurf.
Hintergrund und aktuelle Situation
Der Clarity Act, der den Markt für Kryptowährungen regulieren soll, hat den Bankenausschuss des Senats mit einer Mehrheit von 15 zu 9 Stimmen passiert und steht seit dem 1. Juni auf der Agenda des Senats. Ein entscheidendes Element fehlt jedoch: eine geplante Abstimmung im Plenum vor der Sommerpause im August.
Thorn hebt hervor, dass die Herabstufung seiner Einschätzung rein technischer Natur ist. Er äußert Bedenken hinsichtlich der verbleibenden Sitzungstage, da das Gesetz sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus vor Ende Juli passieren muss. Nach den Sommerferien wird die Zeit für gesetzgeberische Aktivitäten durch die bevorstehenden Zwischenwahlen stark eingeschränkt.
„Ich senke meine Einschätzung für die Verabschiedung des Clarity Act im Jahr 2026 von 75% unmittelbar nach der Ausschussentscheidung auf 60% heute. Bereits im Mai habe ich gesagt, dass der Kalender des Senats eines der größten Hindernisse ist, und das hat sich weiter verschlechtert”, erklärte Thorn.
Marktreaktionen und Prognosen
Die Wahrscheinlichkeit, die Thorn angibt, liegt über den Einschätzungen von Polymarket, wo Investoren die Chance für eine Verabschiedung des Clarity Act im Jahr 2026 auf lediglich 54% schätzen. Dies stellt einen Rückgang um 11% im Vergleich zum Vortag dar.
Weniger Sitzungstage im Senat
In den letzten Wochen hat sich der zeitliche Spielraum im Senat weiter verringert. Debatten über den Anti-Waffenfonds der Regierung haben zu einem Verlust an Sitzungstagen geführt. Zudem scheiterte am 5. Juni eine Verfahrensabstimmung zur Erneuerung von Abschnitt 702 des Überwachungsgesetzes mit 47 zu 52 Stimmen. Da die Befugnis am 12. Juni ausläuft, wird die kommende Woche voraussichtlich intensiv für deren Erneuerung genutzt.
Diese zeitliche Dringlichkeit erinnert an frühere Verzögerungen beim Clarity Act, als nach der parteiübergreifenden Ausschussabstimmung nicht genügend Zeit für eine Plenumsabstimmung blieb.
Politische Hürden und notwendige Stimmen
Für eine Abstimmung im Plenum sind etwa 60 Stimmen erforderlich, um das Verfahren zu beenden. Thorn geht davon aus, dass die republikanischen Senatoren Josh Hawley und Rand Paul gegen den Gesetzesentwurf stimmen werden. Beide hatten auch die gescheiterte Verlängerung der FISA-Befugnisse abgelehnt. Daher benötigt die Senatsführung mindestens neun Stimmen von Demokraten, um den Clarity Act zu verabschieden.
Die offenen Fragen zu Ethik und der Bekämpfung illegaler Finanzierungen stellen weiterhin eine Hürde dar, da die Zustimmung der Demokraten von der Klärung dieser Themen abhängt. Bisher gibt es jedoch keine öffentliche Einigung zu diesen Punkten.
„Ich bin weiterhin optimistisch, aber der Zeitpunkt ist nun entscheidend, und die Chancen können sich im weiteren Verlauf des Kalenders deutlich verändern”, fügte Thorn hinzu.
Ausblick und mögliche Entwicklungen
Ein klares Bekenntnis von Mehrheitsführer John Thune, einen Termin für eine Plenumsabstimmung im Juli festzulegen, könnte die Chancen für den Clarity Act wieder erhöhen. Andernfalls bleibt nur der riskantere Versuch einer Abstimmung im September.
Quellen: de.beincrypto
Bildquelle: KI generiert











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