Der Goldpreis hat seit dem 23. März um 17 % zugelegt und liegt am 3. April bei etwa 4.676 USD. Dies stellt einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu dem Zwischentief von 4.105 USD dar. Trotz dieser beeindruckenden Rallye deuten jedoch verschiedene Indikatoren, darunter eine spezielle Korrelationsanalyse und Veränderungen im Optionshandel, darauf hin, dass die aktuelle Preisbewegung möglicherweise auf einem instabilen Fundament basiert.
Historisch gesehen haben die stärksten Gold-Rallyes oft dann begonnen, wenn sich der Preis des Edelmetalls vom Ölpreis abgekoppelt hat. Der jüngste Anstieg um 17 % folgt einem ähnlichen Muster, das in diesem Zyklus bei jedem Rücksetzer zu beobachten war. Ein gezielter Rückgang, der diese Verbindung auflöst, könnte für Gold langfristig vorteilhafter sein als ein kurzfristiger Anstieg.
Goldpreis und Korrelation zum Öl
Seit dem 23. März zeigt der Goldpreis einen Aufwärtstrend in einem stabilen Kanal im 8-Stunden-Chart. Diese Struktur ist kein bärisches Flaggenmuster, da der Kanal länger als gewöhnlich besteht. Der Trend wird jedoch erst als klar bullisch angesehen, wenn Gold den oberen Rand des Kanals signifikant überschreitet.
Die XAU-WTI-Korrelationsmatrix, ein Indikator zur Messung der rollierenden 50-Perioden-Korrelation zwischen Gold und WTI-Öl, weist derzeit einen Wert von -0,10 auf. Dieser Wert ist von einem positiven Bereich im März gefallen, zeigt jedoch Anzeichen einer Erholung.
Das Muster ist wiederholt zu beobachten: Mitte Oktober fiel die Korrelation auf etwa -0,88 und blieb bis Anfang November negativ. In dieser Zeit begann die stärkste Rallye beim Goldpreis. Dies deutet darauf hin, dass Gold besonders gut abschneidet, wenn es sich vollständig vom Ölpreis abkoppelt und als unabhängiger sicherer Hafen wahrgenommen wird.
Ein kontrollierter Rücksetzer als Chance
Ein Rückgang des Goldpreises, während der Ölpreis weiter steigt, könnte die Korrelation schnell in Richtung -0,70 senken. An diesem Punkt startete Gold in diesem Zyklus jede nachhaltige Aufwärtsbewegung. Daher ist es nicht zwingend erforderlich, dass die Rallye anhält, damit Gold bullisch bleibt. Wichtiger ist, dass sich die Korrelation vollständig löst.
Die Reaktionen der Options-Trader auf den Anstieg zeigen, ob hinter der aktuellen Bewegung eine echte Überzeugung steht. Das Put-Call-Verhältnis des SPDR Gold Shares ETF (GLD) verdeutlicht, wie die Trader auf den Goldpreis setzen. Am 26. März lag das Put-Call-Verhältnis bei 1,35, was auf ein bärisches Sentiment hinweist. Bis zum 2. April fiel dieses Verhältnis auf 0,70, da mehr Calls abgeschlossen wurden und das Put-Volumen zurückging.
Marktdynamik und das Commitment of Traders
Der Commitment of Traders (COT)-Report, der wöchentlich von der US-Aufsichtsbehörde CFTC veröffentlicht wird, unterstützt diesen Eindruck. Laut dem Bericht vom 24. März stiegen die nicht-kommerziellen Long-Positionen um 4.900 auf 220.861 Kontrakte, während die Short-Positionen um 3.558 auf 52.534 Kontrakte zurückgingen. Auf den ersten Blick scheint dies bullisch zu sein.
Allerdings fiel das gesamte Open Interest im Vergleich zur Vorwoche um 7.463 auf 403.925 Kontrakte. Wenn Long-Positionen steigen, das gesamte Open Interest jedoch sinkt, deutet dies häufig auf eine Rallye hin, die hauptsächlich durch das Eindecken von Shorts und nicht durch tatsächliche neue Käufe angetrieben wird.
Technische Analyse und Unterstützungsniveaus
Im 8-Stunden-Chart mit Fibonacci-Marken sind alle wichtigen Kursbereiche für Gold sichtbar. Aktuell liegt Gold bei 4.676 USD und befindet sich im aufsteigenden Kanal. Um die Rallye fortzusetzen, muss Gold im 8-Stunden-Chart über 4.802 USD schließen. Darüber hinaus stellt 5.043 USD den nächsten größeren Widerstand dar. Ein Ausbruch über 5.043 USD würde das Hoch vom 1. März bei 5.422 USD wieder ins Spiel bringen.
Steigt Gold jedoch auf 5.043 USD oder mehr, bevor die Korrelation in einen stark negativen Bereich kippt, besteht das Risiko, dass sich das Muster der letzten Korrekturen wiederholt. Ein Anstieg bei einer fast neutralen Korrelation könnte der Bewegung eine instabile Basis verleihen.
Auf der Unterseite liegt die erste Unterstützung bei 4.490 USD am 0,236er Fibonacci-Level. Darunter folgen 4.297 USD beim 0,382er Niveau und 4.141 USD auf Höhe des 0,5er Fibonacci-Levels. Das Tief bei 4.105 USD vom 23. März liegt nahe am 0,5er Bereich und bildet die Basis der 17%-Rallye.
Das Paradox der Korrelation
Ein Rückgang des Goldpreises in Richtung 4.105 USD, während der Ölpreis weiter steigt, könnte die Korrelation wieder in den negativen Bereich lenken. Ein solcher Rücksetzer, der den Zusammenhang mit Öl aufbricht, könnte eine stärkere Grundlage für die nächste dauerhafte Bewegung schaffen. Eine anhaltende Rallye, bei der sich beide Assets weiterhin gemeinsam bewegen, könnte Gold hingegen in einen überhitzten Bereich führen, der in jedem Zyklus eine Korrektur ausgelöst hat.
Ein 8-Stunden-Schluss über 4.802 USD würde die Kanal-Rallye verlängern, birgt jedoch weiterhin ein Risiko in Bezug auf die Korrelation. Ein Rückgang in Richtung 4.105 USD, der den Öl-Zusammenhang beendet, könnte daher mittelfristig das bullischste Szenario für Gold darstellen.
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Bildquelle: ai-generated-gemini











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