Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat in einer aktuellen Prognose gewarnt, dass die Inflation in den USA voraussichtlich erst Anfang 2027 das angestrebte Ziel von 2 Prozent erreichen wird. Dies hat zur Folge, dass eine rasche Senkung der Zinssätze, trotz optimistischer politischer Äußerungen, unwahrscheinlich bleibt.
Haushaltsdefizit und Schuldenlast
Der IWF hebt hervor, dass das Haushaltsdefizit der USA in den kommenden Jahren zwischen 7 und 8 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen wird, was mehr als doppelt so hoch ist wie das von Finanzminister Scott Bessent angestrebte Ziel. Zudem wird erwartet, dass die gesamte Staatsverschuldung bis 2031 auf 140 Prozent der Wirtschaftsleistung ansteigt. Diese Entwicklungen stellen ein wachsendes Stabilitätsrisiko sowohl für die USA als auch für die globale Wirtschaft dar.
Empfehlungen des IWF zur Haushaltsdisziplin
Kristalina Georgieva, die Direktorin des IWF, äußerte sich besorgt über das US-Leistungsbilanzdefizit, das kurzfristig auf 3,5 bis 4 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt wird. Der IWF empfiehlt, Ausgabenkürzungen vorzunehmen, anstatt Zölle zur Bekämpfung des Handelsungleichgewichts einzuführen. Diese Empfehlung steht im Widerspruch zur aktuellen Politik der Regierung, die nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs gezwungen war, Zölle auf der Grundlage des Handelsgesetzes von 1974 einzuführen.
Trumps optimistische Einschätzung der Zinssätze
Die Einschätzung des IWF erfolgt einen Tag nach der Rede von Präsident Trump zur Lage der Nation, in der er optimistisch über die Entwicklung der Kreditkosten sprach. Er betonte, dass die Hypothekenzinsen auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen seien und die jährlichen Hypothekenkosten seit seinem Amtsantritt um nahezu 5.000 USD gesenkt wurden. Trump stellte niedrigere Zinsen als Lösung für das von ihm als „von Biden verursacht“ bezeichnete Wohnungsproblem dar.
Realität der Zinssätze und Inflation
Dennoch zeigt die IWF-Prognose, dass die Realität anders aussieht. Die Inflation wird voraussichtlich erst 2027 das Ziel der Federal Reserve erreichen, während das Haushaltsdefizit weiterhin über dem Regierungsziel bleibt. Dies deutet darauf hin, dass die Zinssätze auf einem höheren Niveau bleiben werden. Der IWF prognostiziert für das Wirtschaftswachstum im Jahr 2026 stabile 2,4 Prozent, was der Federal Reserve kaum Anlass geben wird, die Zinssätze zu senken.
Auswirkungen auf den Kryptomarkt
Die Konsequenzen für risikobehaftete Anlagen sind deutlich. Eine hartnäckige Inflation und steigende Defizite machen signifikante Zinssenkungen in diesem Jahr unwahrscheinlich. Für die Kryptomärkte, die bis Ende 2025 auf sinkende Zinsen setzen, unterstreicht die Einschätzung des IWF die Notwendigkeit zur Vorsicht. Zudem könnte der US-Dollar-Index, der unter wichtige Marken fällt, einen Einfluss auf die Bitcoin-Rally haben.
Ironischerweise ist die expansive Finanzpolitik der Regierung, einschließlich der laut IWF sehr umfangreichen Steuersenkungen, der Hauptgrund für das Defizit und die hohen Zinsen. Obwohl Trump niedrigere Zinsen anstrebt, führt seine Politik in die entgegengesetzte Richtung.
Obwohl der IWF keine akute Krise prognostiziert und das Risiko einer Staatsschuldenkrise in den USA als gering einschätzt, zeigen die Trends – steigende Schulden, anhaltende Defizite und ein langsamer Rückgang der Inflation – dass Zinssenkungen nur langsam erfolgen werden, falls sie überhaupt eintreten. Die steigende Inflation und Zinssorgen haben auch Auswirkungen auf Silber und Bitcoin.











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