Kreditmärkte signalisieren Risiken – Steht Krypto unter Druck?
Put-Optionen auf bedeutende US-Kredit-ETFs erreichen ein Rekordhoch: 11,5 Millionen Kontrakte in den letzten zwölf Monaten verdoppelt.
Die Spreads für Technologie-Hochzinsanleihen steigen auf 556 Basispunkte – 195 Basispunkte über dem breiten Hochzinsmarkt.
Anhaltender Druck im Kreditsektor: Wird jetzt Kapital aus Krypto-Coins abgezogen?
Aktuell zeigen die Kreditmärkte zunehmend Anzeichen von Stress, da Investoren verstärkt versuchen, sich abzusichern. Diese defensive Haltung geht einher mit einem Anstieg der Kreditspreads.
Dies wirft die Frage auf, inwiefern Probleme auf den traditionellen Anleihemärkten auch Auswirkungen auf digitale Vermögenswerte haben könnten. Für die Krypto-Märkte könnte dies bedeuten, dass sich die Unsicherheit weiter verstärkt.
Markt bereitet sich auf Kreditstress vor
Wie im Kobeissi Letter berichtet wird, hat das offene Interesse an Put-Optionen bei vier großen US-Kredit-ETFs einen neuen Rekordwert von 11,5 Millionen Kontrakten erreicht. Zu diesen ETFs zählen unter anderem:
- iShares iBoxx USD High Yield Corporate Bond ETF (HYG)
- State Street SPDR Bloomberg High Yield Bond ETF (JNK)
- iShares iBoxx USD Investment Grade Corporate Bond ETF (LQD)
- Invesco Senior Loan ETF (BKLN)
Die Anzahl der aktiven Kontrakte bei diesen ETFs hat sich innerhalb der letzten zwölf Monate verdoppelt. Derzeit gibt es mehr Absicherungen als während des Bärenmarktes 2022, als zehn Millionen Kontrakte registriert wurden.
„Anleger sichern sich immer schneller gegen einen Crash am Kreditmarkt ab”, wird im Bericht betont.
Zur Erklärung: Eine Put-Option ist ein Finanzvertrag, der dem Käufer das Recht, jedoch nicht die Pflicht gibt, eine bestimmte Menge eines Basiswerts (wie Aktien, Rohstoffe oder andere Wertpapiere) zu einem festgelegten Preis (dem Ausübungspreis) bis zu einem bestimmten Ablaufdatum zu verkaufen.
Fällt der Kurs des Basiswerts unter den Ausübungspreis, kann der Käufer zum höheren Preis verkaufen und somit einen Gewinn erzielen. Liegt der Kurs jedoch über dem Ausübungspreis, verfällt die Option wertlos und der Käufer verliert die gezahlte Prämie. Put-Optionen gelten als bärisch, da Anleger sie erwerben, wenn sie mit fallenden Kursen rechnen oder sich gegen Verluste absichern möchten.
Unsicherheit unter institutionellen Investoren
Das Tempo der Absicherung verdeutlicht zudem die große Unsicherheit unter institutionellen Investoren. Der Kobeissi Letter berichtet, dass die Kreditspreads für Hochzinsanleihen im Technologiesektor auf 556 Basispunkte gestiegen sind. Damit wurde das Hoch aus April 2025 übertroffen und der höchste Stand seit Oktober 2023 erreicht. Breitere Hochzins-Spreads liegen nun bei 361 Basispunkten und sind damit so hoch wie seit November 2025 nicht mehr.
„Das bedeutet: Tech-Schrottanleihen werden derzeit mit einem Aufschlag von 195 Basispunkten gegenüber dem restlichen Markt gehandelt – dem höchsten Wert seit mindestens drei Jahren. Der Ausverkauf am Kreditmarkt könnte gerade erst beginnen”, wird im Kobeissi Letter festgestellt.
Kreditstress auch in Europa und Asien
Kreditstress ist nicht nur ein Phänomen in den USA. Laut Berichten stieg der iTRAXX Europe Crossover Index um fast elf Basispunkte auf etwa 270 Basispunkte. Der iTRAXX Europe Main kletterte auf rund 57 Basispunkte. Dies zeigt ebenfalls, dass Investoren zunehmend besorgt sind.
Zusätzlich berichtete Bloomberg, dass die Spreads für asiatische Investment-Grade-Dollar-Anleihen (ohne Japan) auf den höchsten Stand seit sieben Monaten gestiegen sind.
„Kredit-Ausfallversicherungen auf solche Schulden weiteten sich so stark aus wie seit September nicht mehr und stiegen auch in Europa. Einige Emittenten könnten sich entscheiden, geplante Anleiheemissionen zu verschieben, während andere dennoch fortfahren”, wurde in dem Bericht festgestellt.
Einfluss auf die Krypto-Märkte
Für die Krypto-Märkte hat der Kreditstress spürbare Auswirkungen. Das Rekordniveau bei US-Kredit-ETF-Put-Optionen zeigt, dass Institutionen sich auf erhebliche Probleme vorbereiten. Die Krypto-Stimmung könnte sich dadurch weiter verschlechtern.
Kryptowährungen gelten häufig als riskante Anlagen. Sie werden oft verkauft, wenn die Finanzmärkte insgesamt unruhig sind und weniger Kapital zur Verfügung steht. Die aktuelle Neubewertung am Kreditmarkt könnte das Interesse an spekulativen Positionen dämpfen und zu starken Schwankungen bei Bitcoin, Ethereum und Altcoins führen.
Wie sich die Situation letztlich entwickelt, hängt jedoch von der Reaktion der Geldpolitik ab. Sollte sich der Kreditstress zu einer größeren Krise ausweiten, könnten Zentralbanken mit mehr Liquidität eingreifen oder die Zinsen senken. In einem solchen Fall könnte Krypto, insbesondere Bitcoin, wieder an Attraktivität gewinnen – vor allem als liquider Wert oder als Alternative zum Sparen.
Derzeit steht die Rekordwelle an Kredit-Absicherungen für Vorsicht. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob sich der Kreditmarkt stabilisiert oder ob die Warnsignale zu größeren Kursanpassungen führen. Strategien gegen Verluste könnten für Anleger in dieser Zeit entscheidend sein.
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Bildquelle: ai-generated-gemini











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