Am 2. Mai erließ das Handelsministerium der Volksrepublik China (MOFCOM) eine Verfügung, die US-Sanktionen gegen fünf mit dem Iran verbundene Ölraffinerien für unwirksam erklärt. Dies stellt den ersten formellen Einsatz der 2021 eingeführten Anti-Sanktions-Regeln dar.
Die betroffenen Raffinerien sind Hengli Petrochemical, Shandong Jincheng, Hebei Xinhai, Shouguang Luqing und Shandong Shengxing. MOFCOM argumentierte, dass die Sanktionen einen Verstoß gegen internationales Recht darstellen und untersagte den chinesischen Unternehmen, den Vorgaben der USA nachzukommen.
Ölpreise steigen nach Ankündigung
Nach der Bekanntgabe der Verfügung stieg der Spotpreis für Brent-Rohöl auf über 120 USD pro Barrel, während der Preis für WTI bei etwa 101 USD lag. Trotz der Ankündigung fiel der Brent-Preis später auf 114,159 USD zurück, nachdem einige Trader Gewinnmitnahmen vorgenommen hatten.
Die Maßnahmen richten sich gegen fünf „Teekessel”-Raffinerien, die beschuldigt werden, iranisches Öl zu verarbeiten. MOFCOM bezeichnete die US-Sanktionen als unrechtmäßige extraterritoriale Maßnahmen, die internationales Recht verletzen.
Reaktionen auf die Verfügung
Die Reaktion der Rohöl-Termingeschäfte war gering, da die Bekanntgabe zu einem Zeitpunkt erfolgte, als die wichtigsten Märkte geschlossen waren. Trader hatten bereits eine anhaltende Nachfrage Chinas nach iranischem Öl über undurchsichtige Schifffahrtskanäle eingepreist. Berichten zufolge wird Hengli seit 2023 vorgeworfen, iranisches Rohöl im Wert von mehreren Milliarden USD zu kaufen.
Die Verwendung von sogenannten Schattenflotten und Umladungen von Schiff zu Schiff hat dazu beigetragen, die Herkunft der Fracht während des Transports zu verschleiern. Dennoch schützt die Verfügung die Raffinerien nur vor inländischem Druck zur Einhaltung der Sanktionen; Risiken im Zahlungsverkehr in USD über Korrespondenzbanken bleiben bestehen.
Globale Auswirkungen und Marktentwicklungen
Washington warnte vergangene Woche globale Banken vor Geschäften mit Handelsströmen, die mit den Teekessel-Raffinerien verbunden sind. Ein stabiler Ölpreis hat Auswirkungen auf die Inflationserwartungen und kann die Erwartungen an Zinssenkungen verzögern, was Druck auf riskante Vermögenswerte ausübt.
Bitcoin (BTC) hat in der Vergangenheit auf Ölpreisschocks reagiert, wobei geopolitische Störungen im Nahen Osten oft zu einer erhöhten Volatilität bei Kryptowährungen führten. Die Verfügung könnte zudem breitere Entwicklungen in Richtung De-Dollarization verstärken, die bis 2026 erwartet werden.
China hat sich für Transaktionen in Yuan und digitalen Währungen im internationalen Handel eingesetzt. Zudem verlangt der Iran von Tankern, die die Straße von Hormuz passieren, Transitgebühren in Kryptowährung.
Ausblick auf diplomatische Gespräche
Ein mögliches Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi ist in Planung, und die Märkte werden die Eröffnung am Montag beobachten, um auf mögliche Reaktionen zu reagieren. Trader sind auch gespannt, ob die USA Sekundärsanktionen gegen Banken verhängen, die Zahlungen für die Raffinerien abwickeln.
Die zentrale Frage bleibt, ob weitere chinesische Unternehmen die Blockaderegeln nutzen werden, um sich gegen US-Maßnahmen zur Wehr zu setzen, oder ob die Verfügung lediglich ein einmaliges Signal darstellt, bevor bedeutende diplomatische Gespräche wieder aufgenommen werden.
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Bildquelle: ai-generated-gemini











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