Regulierung von ART-Stablecoins in der EU: Fehlende Genehmigungen und notwendige Anpassungen

Zwei Jahre nach Inkrafttreten der MiCA-Verordnung bleibt die Kategorie der asset-referenzierten Tokens (ART) leer. Experten fordern Anpassungen oder eine Abschaffung, während die Zahl der lizenzierten E-Geld-Token weiter steigt.

Regulierung von ART-Stablecoins in der EU: Fehlende Genehmigungen und notwendige Anpassungen

Patrick Hansen, Manager bei Circle, äußerte sich besorgt über die fehlende Genehmigung für asset-referenzierte Tokens (ART) unter der EU-Verordnung „Markets in Crypto-Assets“ (MiCA), die seit zwei Jahren in Kraft ist. „Die Kategorie sollte entweder so angepasst werden, dass sie in der Praxis funktioniert, oder entfernt werden. Regulierung sollte nicht Selbstzweck sein“, erklärte Hansen in einem Beitrag.

Keine Genehmigungen für ART-Stablecoins

Bislang hat kein Unternehmen die Erlaubnis erhalten, einen ART-Stablecoin herauszugeben. Diese Art von Stablecoins ist durch mehrere Vermögenswerte wie Gold, Währungen oder Rohstoffe abgesichert, im Gegensatz zu herkömmlichen Stablecoins, die an eine einzelne Fiat-Währung gebunden sind. Die leere Kategorie steht im Kontrast zu den 280 lizenzierten Krypto-Dienstleistern (CASPs) und 21 Emittenten von E-Geld-Token (EMTs), die bereits genehmigt wurden.

Hintergrund der ART-Regelungen

ARTs sollen ihren stabilen Wert durch eine Diversifizierung der Sicherheiten erhalten. Beispiele hierfür sind:

  • Eine Mischung aus verschiedenen Vermögenswerten, wie Währungen, Rohstoffen oder anderen Krypto-Assets.
  • Ein Währungskorb, der beispielsweise 50 % Euro und 50 % US-Dollar umfasst.
  • Gold oder andere Rohstoffe.

Die Regelungen für ARTs wurden nach den Bedenken der Zentralbanken bezüglich des Libra-Projekts von Facebook im Jahr 2019 entwickelt. MiCA wurde im Jahr darauf vorgeschlagen, während das Libra-Projekt schließlich in Diem umbenannt und 2022 eingestellt wurde.

Strenge Anforderungen für ART-Herausgeber

Die Vorschriften für ARTs sind äußerst streng. Herausgeber müssen mindestens 350.000 Euro oder 2 % der Reserven als Eigenmittel vorhalten, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Zudem wird es noch strenger: Wenn ein Token mehr als 1 Million Transaktionen und 200 Millionen Euro im Tagesumsatz überschreitet, muss die Ausgabe neuer Tokens gestoppt werden. Dies schränkt den potenziellen Erfolg erheblich ein, und bedeutende Tokens unterliegen der direkten Aufsicht der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA).

Wachstum im E-Geld-Token-Markt

Trotz der Schwierigkeiten im ART-Sektor wächst der Markt für E-Geld-Token. Die Zahl der lizenzierten EMTs ist auf 21 gestiegen, nachdem im März 19 registriert waren. EMTs sind Stablecoins, die ausschließlich durch eine offizielle Währung gedeckt sind, wie zum Beispiel:

  • EURC: durch den Euro gedeckt.
  • USDC: durch den US-Dollar gedeckt.

Die aktuelle Register-Aktualisierung von ESMA zeigt, dass die Zahl der lizenzierten CASPs auf 280 gestiegen ist.

Produkte außerhalb der EU

Produkte, die für die ART-Kategorie gedacht sind, werden häufig außerhalb der EU gehandelt. Tether Gold (XAUT) und PAX Gold (PAXG) haben zusammen eine Marktkapitalisierung von 4,4 Milliarden USD und gehören zu den 50 größten Krypto-Vermögenswerten. Beide liegen außerhalb des Geltungsbereichs der EU.

Debatte über Anpassungen oder Abschaffung der ART-Regeln

Die Diskussion über die Zukunft der ART-Regeln wird durch die bevorstehende Konsultation der Kommission zur Überprüfung von MiCA geprägt, die bis zum 31. August läuft. Ein Bericht, möglicherweise mit einem Gesetzesvorschlag, soll bis Mitte 2027 folgen. Während einige eine Abschaffung der ART-Regeln fordern, argumentieren andere, dass eine Überarbeitung notwendig ist, um den Markt für Gold-Token und andere Produkte nicht zu gefährden.

Ein leeres Register könnte als Designfehler angesehen werden, während eine vollständige Abschaffung der Regeln den Zugang zu legalen Zulassungen für Korb- und Rohstoff-Token im EU-Raum erheblich einschränken würde.


Quellen: de.beincrypto

Bildquelle: KI generiert

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