Rishi Sunak, der ehemalige britische Premierminister, äußerte die Befürchtung, dass die Vereinigten Staaten sich von den Auswirkungen des Iran-Kriegs bis 2026 deutlich schneller erholen werden als das Vereinigte Königreich und Europa. Er bezeichnete die USA als „die unverzichtbare Nation“.
Sunak betonte, dass die strukturellen Vorteile der USA ihnen einen größeren Puffer gegen geopolitische Krisen bieten. Als Nettoenergieexporteur ist Amerika weniger anfällig für die Ölpreiserhöhungen, die seit Beginn des Konflikts am 28. Februar die importabhängigen Volkswirtschaften belasten.
Europas erhöhte Verwundbarkeit
In seiner Kolumne wies der frühere Premierminister auf eine signifikante Asymmetrie zwischen den US-amerikanischen und europäischen Wirtschaften hin. Der Handel macht etwa ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts der USA aus, während dieser Anteil im Vereinigten Königreich zwischen 60 und 70 Prozent liegt. Diese Differenz führt dazu, dass unterbrochene Lieferketten und steigende Energiekosten die europäischen Volkswirtschaften erheblich stärker belasten.
Seit der Störung der Straße von Hormus Anfang März hat der Brent-Ölpreis die Marke von 119 USD pro Barrel überschritten, was zuletzt im Juni 2022 der Fall war. Eine vorübergehende Waffenruhe, die Anfang April vermittelt wurde, brachte zwar kurzfristige Erleichterung, doch der Ölpreis bleibt weiterhin über 90 USD.
Warnung vor brüchigen Sicherheitsstrukturen
Sunak warnte außerdem, dass die Sicherheitsstrukturen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind, zunehmend instabil werden. NATO-Partner hätten über einen langen Zeitraum zu wenig in ihre Verteidigung investiert und sich zu sehr auf die Zusagen der USA verlassen.
Eine US-Außenpolitik, die sich stärker auf unmittelbare Vorteile konzentriert, unabhängig von der jeweiligen Regierung, beschleunigt diese Entwicklung. Sunak, der während seiner Amtszeit für die Vision eines globalen Krypto-Zentrums in Großbritannien eintrat, sieht seine Warnung als Aufruf an Europa, in die Unabhängigkeit bei Energie, Verteidigungsautonomie und wirtschaftliche Resilienz zu investieren, anstatt auf eine Rückkehr zur alten transatlantischen Ordnung zu hoffen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die fragile Waffenruhe Bestand hat oder ob eine neue Eskalation die wirtschaftlichen Risiken für Europa weiter erhöht.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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