Die Diskussion um den Börsengang von SpaceX wird von der Frage dominiert, wie und wann Milliardäre ihre Anteile verkaufen können. Kritiker warnen, dass die hohe Nachfrage nach den Aktien dazu führen könnte, dass frühe Investoren und Insider zu überhöhten Preisen verkaufen, während neue Käufer, insbesondere aus dem Einzelhandel, das Risiko tragen müssen.
Details zum Börsengang und den Haltefristen
Der Börsengang umfasst ausschließlich neu ausgegebene Aktien, wobei Insider 95,8% ihrer Anteile behalten. Das S-1-Dokument verbietet allen bisherigen Inhabern kurzfristige Verkäufe. SpaceX hat durch die Ausgabe von 555,6 Millionen neuen Class-A-Aktien etwa 75 Milliarden USD eingenommen. Jeder Dollar fließt direkt in das Unternehmen, um hauptsächlich den Ausbau im Bereich künstlicher Intelligenz zu finanzieren.
Die Haltefrist für Insider beträgt 366 Tage, was bedeutet, dass sie ihre Anteile nicht sofort verkaufen können. Mitarbeiter, die durch den Börsengang zu Millionären wurden, dürfen ebenfalls erst nach den Q2-Ergebnissen verkaufen. Eine Ausnahme bildet ein Direktangebot von bis zu 5% der IPO-Aktien für ausgewählte Einzelpersonen, die jedoch ebenfalls erst nach dem ersten Quartalsbericht verkaufen dürfen.
Die Rolle der Milliardäre und Investoren
Die Milliardäre, die an SpaceX beteiligt sind, haben ein starkes Interesse daran, ihre Anteile zu verkaufen, jedoch sind sie durch die Haltefristen eingeschränkt. Google, das etwa 5% der Anteile hält, könnte einen Teil seiner Investition, die seit 2015 erheblich gewachsen ist, veräußern wollen. Chad Anderson, Gründer von Space Capital, betonte, dass es zu ihrem Geschäft gehöre, Kapital an Investoren zurückzugeben, jedoch auch sie an die Haltefristen gebunden sind.
Nach den Q2-Ergebnissen, die zwischen Mitte Juli und September erwartet werden, könnten bis zu 20% der freigabeberechtigten Insider-Anteile verkauft werden. Weitere 10% werden freigegeben, wenn die Aktie für fünf von zehn Handelssitzungen 30% über dem Ausgabepreis notiert. Danach folgen weitere Tranchen, bis schließlich nach 180 Tagen alle Anteile verkauft werden können.
Nachhaltige Nachfrage durch Indexfonds
Die schnelle Aufnahme von SpaceX in den Nasdaq und die frühe Berücksichtigung durch MSCI zwingen Indexfonds, SpaceX-Aktien innerhalb weniger Wochen nach dem Börsengang zu kaufen. Dies schafft eine dauerhafte Nachfrage, sobald Insider ihre Anteile verkaufen können. SpaceX hat für 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden USD prognostiziert, jedoch auch einen Nettoverlust von 4,9 Milliarden USD gemeldet.
Die Bewertung von SpaceX liegt bei etwa dem 94-fachen des Umsatzes, was zu einem Verkaufsdruck führen könnte, der nicht unbegründet ist. Die Erfahrungen von Facebook zeigen, dass eine gestaffelte Freigabe von Aktien auch zu einem Rückgang des Aktienkurses führen kann.
Die Situation für Retail-Investoren
Retail-Investoren, die auf eine Zuteilung von SpaceX-Aktien gehofft hatten, wurden enttäuscht. Obwohl sie Bestellungen im Wert von über 100 Milliarden USD aufgegeben hatten, wurde die Zuteilung von ursprünglich geplanten 30% auf weniger als 20% reduziert. Institutionelle Investoren, wie BlackRock, haben hingegen große Zuteilungen erhalten.
Die Zuteilung erfolgte zufällig oder anteilig, abhängig vom Broker, was die Situation für Retail-Investoren weiter erschwert. Wer keine SpaceX-Aktien erhielt, behielt einfach sein Geld. Das Narrativ der Exit-Liquidität könnte nur dann funktionieren, wenn Retail-Investoren als Bag-Holder dastehen, was jedoch nicht der Fall ist, da sie ab dem ersten Tag verkaufen können und weniger Aktien erhielten als bestellt.
Quellen: de.beincrypto
Bildquelle: KI generiert











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