Die Sygnum Bank hat festgestellt, dass Bitcoin zunehmend als fester Bestandteil institutioneller Portfolios anerkannt wird. Laut Fabian Dori, dem Chief Investment Officer der Bank, verdecken die täglichen Zuflüsse in Bitcoin-ETFs die grundlegenden Veränderungen, die sich im Hintergrund abspielen.
Dori betont, dass es nicht nur um die täglichen Mittelzuflüsse oder -abflüsse geht. Vielmehr sei entscheidend, dass Pensionskassen, Stiftungen, Staatsfonds und Versicherungen Bitcoin nun als integralen Bestandteil ihrer Anlagestrategien betrachten.
Prognosen und Entwicklungen auf Wall Street
In diesem Zusammenhang nannte Dori drei wesentliche Entwicklungen, die diese Einschätzung untermauern. Zunächst hat das Forschungsteam von JPMorgan eine Prognose veröffentlicht, wonach die Zuflüsse in institutionelle Bitcoin-ETFs bis 2026 in einem pessimistischen Szenario 15 Milliarden USD und in einem optimistischen Fall sogar 40 Milliarden USD erreichen könnten.
Diese Schätzung kommt zu den bereits prognostizierten 56,6 Milliarden USD hinzu, die im Jahr 2025 in den Bereich der Spot-Bitcoin-ETFs fließen könnten.
Darüber hinaus hat JPMorgan begonnen, strukturierte Anleihen anzubieten, die mit dem iShares Bitcoin Trust ETF (IBIT) von BlackRock verknüpft sind. Dori bezeichnet dies als eine wichtige Infrastrukturentwicklung und nicht nur als Handelsnarrativ, und sieht darin ein „Leitungssystem“, das auf eine dauerhafte Integration von Bitcoin in die Finanzmärkte hinweist.
Marktentwicklungen und Portfolioanpassungen
Ein weiterer Punkt ist die Einführung des Spot-Bitcoin-ETFs durch Morgan Stanley Investment Management, der am ersten Handelstag ein Volumen von etwa 34 Millionen USD erzielte. Damit zählt dieser Fonds zu den besten 1 % der neu gestarteten ETFs.
Dori hebt hervor, dass viele der als ETF-Verkäufe wahrgenommenen Transaktionen tatsächlich auf Umschichtungen innerhalb der Portfolios zurückzuführen sind. Wenn der Bitcoin-Kurs steigt, kann eine Allokation von zwei Prozent auf vier Prozent anwachsen, was professionelle Investoren dazu veranlasst, diszipliniert zu verkaufen.
Diese Verkäufe erscheinen in den täglichen Tracker-Daten als Abflüsse, spiegeln jedoch lediglich eine normale Portfolioverwaltung wider. Ein Beispiel dafür ist die Rekord-Abflussserie von 2,7 Milliarden USD beim IBIT im Dezember 2025. Vier Monate später, als der Bitcoin-Kurs um etwa 30 % gefallen war, verzeichnete der Fonds gleichzeitig 1,5 Milliarden USD an neuen Nettozuflüssen.
Marktmeinungen und zukünftige Entwicklungen
„Der Spot-Bitcoin-ETF hat keine neue Nachfrage geschaffen. Er hat nur eine Ausrede entfernt“, erklärte Dori. Diese Einschätzung wird von weiteren Unternehmen unterstützt. Fidelity Digital Assets veröffentlichte im März eine Analyse, die besagt, dass es nicht mehr darum gehe, ob man Bitcoin halte, sondern wie man eine Null-Allokation rechtfertigen könne.
Auch Morgan Stanley Investment Management empfahl in einer Analyse vom 8. April moderate Krypto-Allokationen mit regelmäßigen Umschichtungen. 21Shares veröffentlichte am selben Tag einen Bericht, der eine Drei-Prozent-Allokation in Bitcoin empfiehlt, um durch systematisches Umschichten einen „Volatilitätsvorteil“ zu erzielen.
Dori ist überzeugt, dass es gegen Ende des Jahrzehnts ungewöhnlich erscheinen wird, einen ernsthaften Investor zu fragen, ob er Bitcoin halte – ähnlich wie es heute merkwürdig wäre, jemanden zu fragen, ob er Anleihen besitzt. Die entscheidende Frage wird vielmehr sein, wie viel Bitcoin gehalten wird und aus welchen Gründen.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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