US-Finanzminister Scott Bessent hat den Bankenausschuss des Senats aufgefordert, das CLARITY-Gesetz zügig zu bearbeiten und es zur Unterzeichnung an den Schreibtisch von Präsident Trump zu übermitteln.
In einem Gastbeitrag für eine Wirtschaftszeitung äußerte Bessent die Befürchtung, dass die unklare Regulierung der Kryptobranche dazu führen könnte, dass Unternehmen in Länder wie Abu Dhabi und Singapur abwandern.
Der Gesetzentwurf definiert erstmals die Zuständigkeiten der SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte.
Dringlichkeit des CLARITY-Gesetzes
Bessents Artikel stellt den bislang deutlichsten öffentlichen Aufruf für das Gesetz dar, das darauf abzielt, den Kryptomarkt zu strukturieren.
Das CLARITY-Gesetz wurde im Juli 2025 mit 294 zu 134 Stimmen im Repräsentantenhaus angenommen, wobei Abgeordnete beider Parteien zustimmten. Im Senat gibt es jedoch Uneinigkeit über die Bestimmungen zur Rendite von Stablecoins sowie konkurrierende Ausschussentwürfe, was den Fortschritt des Gesetzes behindert.
Bessent bezeichnete das CLARITY-Gesetz als Erweiterung des GENIUS-Gesetzes, das im Juli 2025 zur Regulierung von dollar-gestützten Stablecoins unterzeichnet wurde.
Fehlende Marktstruktur für Stablecoins
Der Finanzminister argumentiert, dass ohne das CLARITY-Gesetz der Rahmen für Stablecoins nicht die notwendige Marktstruktur bietet, um tokenisierte Vermögenswerte und dezentrale Handelsplattformen zu unterstützen.
„Der Kongress hat einen großen Teil eines halben Jahrzehnts damit verbracht, einen Rahmen für die Zukunft der Finanzwelt in den USA zu schaffen. Es ist Zeit, dass der US-Senat einen Entwurf erarbeitet und das CLARITY-Gesetz an US-Präsident Trumps Schreibtisch sendet“, schrieb Bessent.
Er verwies auf den globalen Markt für digitale Vermögenswerte, der zwischen 2 Billionen und 3 Billionen USD schwankt, und darauf, dass fast jeder sechste US-Bürger irgendeine Form von digitalen Vermögenswerten besitzt.
Politischer Druck und Zeitfenster
Der politische Kalender erhöht den Druck, da die Zwischenwahlen 2026 möglicherweise die Kontrolle über den Kongress verändern und eine Gesetzgebung zu Krypto über das Jahr hinaus verzögern könnten.
Senatorin Cynthia Lummis kündigte im März an, dass eine Anhörung des Bankenausschusses voraussichtlich Ende April stattfinden könnte.
Im selben Monat berichteten Senatoren Thom Tillis und Angela Alsobrooks von einer grundsätzlichen Einigung bezüglich der Stablecoin-Rendite, die als eines der größten Hindernisse für den Gesetzentwurf galt.
Offene Fragen und regulatorische Unsicherheit
Dennoch bestehen weiterhin offene Fragen zum Schutz in Bezug auf dezentrale Finanzmärkte sowie zu Regelungen gegen illegale Finanzierungen.
Bessent warnte in seinem Artikel, dass die regulatorische Unsicherheit bereits dazu geführt habe, dass die Entwicklung von Kryptotechnologien in Länder mit klareren Vorschriften abgewandert sei, darunter Abu Dhabi und Singapur.
Er argumentiert, dass das CLARITY-Gesetz Wege zur Registrierung von Handelsplattformen schaffen, definieren wird, wann ein digitaler Vermögenswert als Wertpapier gilt, und die Überwachung zur Geldwäscheprävention stärken würde.
Ob der Bankenausschuss im Senat vor den Zwischenwahlen handelt, wird entscheidend dafür sein, ob das Gesetz noch in diesem Jahr den Schreibtisch von Präsident Trump erreicht.
Bildquelle: ai-generated-gemini











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