Wall Street setzt verstärkt auf Crashs, bärisches Sentiment wächst

An der Wall Street wächst das bärische Sentiment, während der Fear and Greed Index auf 9 sinkt. Hohe Leerverkaufsquoten und ein Rekordvolumen an Put-Optionen könnten auf bevorstehende Marktbewegungen hinweisen.

Wall Street setzt verstärkt auf Crashs, bärisches Sentiment wächst

An der Wall Street ist eine zunehmende bärische Stimmung zu beobachten, die durch verschiedene Kennzahlen untermauert wird. Der CNN Fear and Greed Index für den Aktienmarkt ist auf den alarmierend niedrigen Wert von 9 gefallen, was den tiefsten Stand seit November markiert. Diese Kennzahl deutet auf eine signifikante Verschlechterung des Investoren-Sentiments hin.

Zusätzlich zeigen Daten, die vom Kobeissi Letter zusammengestellt wurden, dass bärische Positionierungen in mehreren Vermögensklassen hohe Werte erreicht haben. Das mittlere Short-Interesse an Aktien des Russell 3000 ist auf 4,3 % gestiegen und hat damit den höchsten Stand der letzten 15 Jahre erreicht. Dies liegt einen vollen Prozentpunkt über dem Höhepunkt des Bärenmarktes im Jahr 2022.

Entwicklung im Energiesektor

Im Energiesektor zeigt sich ein noch deutlicherer Trend. Das Short-Interesse am State Street Energy Select Sector SPDR ETF (XLE) hat das höchste Niveau seit der Finanzkrise 2008 erreicht.

„Das Short-Interesse im Energiesektor hat sich in den vergangenen Wochen verdoppelt und verzeichnet damit den schnellsten Anstieg in diesem Jahrhundert“,

wird in einem Bericht hervorgehoben.

Steigende Put-Optionen und Handelsvolumen

Darüber hinaus ist das Volumen an Put-Optionen auf den State Street SPDR S&P 500 ETF Trust (SPY) auf 8,6 Millionen Kontrakte gestiegen, was den höchsten Stand seit dem Zollschock am „Liberation Day“ im April 2025 darstellt. Der Kobeissi Letter weist zudem auf einen Rückgang des Verhältnisses von gehebeltem Long- zu Short-ETF-Handelsvolumen hin, das nun bei etwa 1,1 liegt.

„Das bedeutet, dass das Handelsvolumen in gehebelten Short-ETFs inzwischen fast genauso hoch ist wie bei gehebelten Long-ETFs“,

bemerken die Analysten. Im Oktober lag dieses Verhältnis noch bei 3,0, als bullische Investitionen dominierten. Aktuell nähert es sich den Tiefpunkten des Bärenmarkts 2022 und der Pandemie im Jahr 2020, als Investoren auf weiter fallende Kurse setzten.

Historische Vergleiche und mögliche Wendepunkte

Im Vergleich dazu fiel das Verhältnis im Tiefpunkt der Finanzkrise 2008 auf 0,4, was bedeutet, dass das Handelsvolumen mit Short-ETFs das Volumen der Long-ETFs um etwa 150 % überstieg.

„Das Zusammentreffen extremer Werte bei Sentiment, Short-Interesse, Absicherungen über Optionen und ETF-Flüssen wirft nun eine konträre Frage auf“,

so die Analysten. Historisch gesehen waren Märkte, die eine derart einseitige Positionierung aufwiesen, anfällig für starke Wendungen in die entgegengesetzte Richtung.

Ob sich dieses Muster angesichts steigender geopolitischer Spannungen und wachsender makroökonomischer Risiken erneut bestätigen wird, bleibt jedoch ungewiss.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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