Warum der plötzliche Einbruch bei Kartonverpackungen still und leise auf eine US-Rezession hinweist

Im ersten Quartal 2026 verzeichnet die US-Kartonverpackungsindustrie einen deutlichen Rückgang der Produktion, was Analysten erneut auf eine mögliche Rezession hinweist. Während Goldman Sachs und Moody’s die Rezessionswahrscheinlichkeit erhöhen, bleibt die Zukunft ungewiss, trotz optimistischer A…

Warum der plötzliche Einbruch bei Kartonverpackungen still und leise auf eine US-Rezession hinweist

Der plötzliche Rückgang bei Kartonverpackungen als stiller Indikator für eine mögliche US-Rezession

Im ersten Quartal 2026 verzeichnete die Produktion von Containerboard in den USA einen Rückgang von über 8 %, was den stärksten Rückgang seit zwei Jahren darstellt. Analysten an der Wall Street äußern sich besorgt über die wirtschaftliche Lage und die Möglichkeit einer bevorstehenden Rezession. Laut aktuellen Informationen der AF&PA ist die Herstellung von Wellpappe in den USA in diesem Zeitraum signifikant gesunken.

Zusätzlich meldete die Fibre Box Association, dass die Lieferungen von Kartons im gleichen Zeitraum um 1,9 % zurückgingen. Bereits seit 2025 haben Hersteller etwa 10 % ihrer Produktionskapazitäten abgebaut, was einen noch stärkeren Rückgang als während der Finanzkrise 2009 darstellt.

Die Bedeutung der Kartonproduktion im Kontext von Rezessionsängsten

In den USA werden nahezu drei Viertel aller kurzlebigen Konsumgüter in Wellpappkartons versendet. Daher ist die Nachfrage nach Kartons ein direktes Indiz für die wirtschaftliche Gesundheit von Fabriken, Einzelhändlern und Logistikunternehmen wie Amazon.

Der ehemalige Vorsitzende der US-Notenbank, Alan Greenspan, soll diesen Indikator besonders genau verfolgt haben. Historisch gesehen ist das Versandvolumen von Kartons vor oder während wirtschaftlicher Abschwünge um 10 % bis 15 % gesunken, was sich auch während der Krise im Jahr 2008 bestätigte.

Die starke Abhängigkeit vom E-Commerce hat jedoch die Interpretation dieses Indikators verändert. Während der Lockdowns im Jahr 2020 blieb die Nachfrage nach Kartons aufgrund des Anstiegs von Online-Bestellungen stabil, selbst wenn viele Dienstleistungen eingestellt wurden. Daher gestaltet sich die Deutung des aktuellen Rückgangs als komplexer.

Analysen und Prognosen zur wirtschaftlichen Lage

Die Zahlen für das erste Quartal 2026 lagen deutlich unter den Erwartungen der Analysten. Stürmische Wetterbedingungen führten dazu, dass die Lieferungen im Januar um 7 % im Vergleich zum Vorjahr sanken. Im Februar betrug der Rückgang 1,7 %, während im März ein Anstieg um 3,4 % verzeichnet wurde, was auf eine mögliche Stabilisierung hindeutet.

Der Rückgang der Produktion ist jedoch nicht isoliert zu betrachten, da er nach der Hamstereinkaufswelle während der Corona-Pandemie noch ausgeprägter war.

Unterschiedliche Einschätzungen an der Wall Street

Goldman Sachs hat im März die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA innerhalb der nächsten zwölf Monate auf 30 % angehoben. Diese Einschätzung basiert auf Preisschocks im Ölmarkt und strikteren finanziellen Rahmenbedingungen.

Moody’s-Analyst Mark Zandi geht sogar noch weiter und schätzt das Risiko auf 48,6 %. Zandi bezeichnet diese Einschätzung als „unangenehm hoch”.

„Der US-Arbeitsmarkt signalisiert laut Mark Zandi von Moody’s, dass eine Rezession bereits begonnen hat”, berichtete Unusual Whales unter Berufung auf Zandi.

Eine Umfrage des Wall Street Journal unter Ökonomen ergab eine Wahrscheinlichkeit von 33 %, während Trader auf Polymarket die Chancen derzeit auf 25 % bis 28 % schätzen.

Goldman-CEO David Solomon informierte Investoren, dass das Risiko momentan „nicht signifikant erhöht” sei, warnte jedoch, dass sich die Situation durch eine einzige Nachricht schnell ändern könnte.

Es ist erwähnenswert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Rezession im Februar mit 48,6 % den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie erreichte. Im März lag die Schätzung auf Polymarket bei 40 %.

Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung

US-Finanzminister Scott Bessent hat die Bedenken hinsichtlich einer Rezession zurückgewiesen und prognostiziert für 2026 ein „sehr starkes, nicht-inflationäres Wachstum”.

Ähnlich äußerte sich auch US-Präsident Donald Trump, der ein „goldenes Zeitalter für Amerika” in Aussicht stellte, das durch Zölle und die Rückverlagerung von Produktionsstätten in die USA gefördert werden soll.

Vertreter der Demokratischen Partei hingegen argumentieren, dass steigende Kosten und ein langsameres Jobwachstum ein anderes Bild vermitteln. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,5 % gestiegen, und der Leading Economic Index des Conference Board ist nun seit drei Monaten rückläufig.

Die Rolle der Pappkartons als Indikator

Die zukünftige Entwicklung der Bestellungen im zweiten Quartal könnte entscheidend sein: Sollten die Bestellungen wieder ansteigen, könnte dies die Annahme einer sogenannten weichen Landung stützen.

Fallen die Lieferungen jedoch erneut, könnte der von Greenspan beobachtete Indikator ein ernsthaftes Warnsignal aussenden. In diesem Fall könnten aus anfänglichen Befürchtungen schnell lautere Alarmzeichen werden.

Die Märkte sind weiterhin gespalten über die bevorstehenden Entwicklungen. Eine mögliche Leitzinssenkung der US-Notenbank, eine unerwartet starke wirtschaftliche Leistung im ersten Quartal oder ein weiterer Anstieg der Ölpreise könnten die Situation erheblich beeinflussen.

Bildquelle: ai-generated-gemini

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