In den letzten Wochen hat sich der Kommunikationsstil von Mohammad Bagher Ghalibaf, dem Parlamentspräsidenten des Iran, stark verändert. Insbesondere seine Beiträge auf der Plattform X, die sich zunehmend an ein amerikanisches Publikum richten, haben für Aufsehen gesorgt.
Die Spekulationen über eine mögliche Unterstützung aus den USA für Ghalibafs Online-Aktivitäten nehmen zu. Dies wird vor allem durch seine präzise formulierten englischen Beiträge und die thematische Ausrichtung auf die USA befeuert. Ein Hinweis auf seinem Profil besagt, dass er über den US App Store verbunden ist, was einige Nutzer zu der Annahme verleitet, dass der Ton seiner Beiträge „zu amerikanisch“ sei, um authentisch zu wirken.
Allerdings gibt es bislang keine stichhaltigen Beweise dafür, dass Ghalibafs Account tatsächlich aus den USA oder von Amerikanern betrieben wird. Der Verweis auf den App Store könnte auch lediglich darauf hindeuten, dass das verwendete Gerät entsprechende Einstellungen hat oder eine bestimmte Datenverbindung nutzt. Daher bleibt unklar, wo sich Ghalibaf tatsächlich aufhält.
Die amerikanische Kommentierung dieser Details könnte übertrieben sein. Die Einstellungen auf X deuten darauf hin, dass Ghalibafs Account wahrscheinlich von einem iPhone mit einer US-Apple-ID oder über ein VPN aufgerufen wurde. Ein Aufenthalt in den USA ist somit nicht nachgewiesen.
Dennoch ist offensichtlich, dass sich die Inhalte seiner Beiträge gewandelt haben. Ghalibaf, der früher als Kommandant der IRGC bekannt war und nun eine zentrale Rolle in der iranischen Kriegsführung spielt, spricht gezielt amerikanische Nutzer an. Er thematisiert Benzinpreise, wirtschaftliche Herausforderungen und politische Entscheidungen in Washington.
Seine Beiträge ähneln zunehmend der Sprache der US-Politik und der amerikanischen Online-Kultur. Zudem äußert er sich häufig wie ein Marktanalyst. In einem seiner Posts rät er Investoren, politische Signale als Indikatoren für die Marktentwicklung zu interpretieren. Obwohl diese Äußerungen nicht als konkrete Finanzberatung gelten, stellt er den Krieg als wirtschaftliches Thema dar.
Dieser Wandel in der Kommunikation ist Teil einer umfassenderen Strategie. Iranische Amtsträger nutzen englischsprachige Inhalte, um die öffentliche Meinung im Ausland während des Konflikts zu beeinflussen. Durch den Fokus auf wirtschaftliche Schäden und Marktreaktionen erscheinen die Auswirkungen des Krieges für ein amerikanisches Publikum unmittelbarer.
Die entscheidende Frage ist nicht, woher diese Beiträge stammen, sondern warum sie so formuliert sind. Ghalibaf agiert nicht nur als politischer Akteur im Krieg, sondern nutzt auch gezielt den digitalen Raum, in dem der Einfluss auf die Wahrnehmung oft ebenso wichtig ist wie das tatsächliche Handeln vor Ort.
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Bildquelle: ai-generated











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